17 March 2026, 16:40

Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 als jüngster Preisträger aller Zeiten

Gemälde von Wassily Kandinsky in einem klassischen Rahmen an einer Wand.

Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 als jüngster Preisträger aller Zeiten

Der kosovarische Künstler Petrit Halilaj hat den Nasher-Preis 2027 gewonnen und ist mit 39 Jahren der jüngste Preisträger in der Geschichte der Auszeichnung. Seine Werke verbinden häufig Kindheitserinnerungen mit den harten Realitäten des Krieges – geprägt von seinen Erfahrungen während des Kosovo-Konflikts der 1990er-Jahre.

Das Preisgeld in Höhe von 100.000 US-Dollar fließt in die Hajde! Foundation, eine Kunstinitiative, die ein Kulturzentrum in seiner Heimatstadt restauriert. Die Wiedereröffnung ist für 2027 geplant.

Halilaj war erst 13 Jahre alt, als serbische Truppen während des Kosovo-Kriegs das Haus seiner Familie niederbrannten. Dieses Trauma sowie seine Zeit in einem Flüchtlingslager inspirierten später Zeichnungen, die 2021 in der Tate St Ives ausgestellt wurden. Seine Kunst kontrastiert oft kindliche Unschuld mit der Brutalität des Krieges – etwa durch Bronzeskulpturen, die aus Kritzeleien von Schülern auf Schultischen gegossen wurden.

Sein aktuelles Projekt, die Oper Eine Oper außerhalb der Zeit, wird im September 2025 im Berliner Hamburger Bahnhof uraufgeführt. Entwickelt in Zusammenarbeit mit der Kosovarischen Philharmonie, entfaltet sich das ortsspezifische Werk in Syrigana, einer archäologischen Stätte nahe seiner Heimatstadt Runik. Die Komposition verwebt Themen wie kollektives Träumen, Emanzipation und die Nachkriegsgeschichte Kosovas. Frühere Ausstellungen – etwa in der Bundeskunsthalle Bonn oder im Musée d'Art Moderne de Paris – loteten ähnliche Spannungsfelder zwischen persönlicher und politischer Erinnerung aus.

Halilajs interdisziplinäre Oper Syrigana feierte Premiere im gleichnamigen kosovarischen Dorf. Das Werk spiegelt sein anhaltendes Engagement für die kulturelle Landschaft Kosovas wider – von Kriegsruinen bis zum künstlerischen Wiederaufbau. Über seine Stiftung saniert er zudem das Haus der Kultur in Runik, das künftigen Generationen als Ort der kreativen Entfaltung dienen soll.

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Die Verleihung des Nasher-Preises an Halilaj unterstreicht seine Rolle bei der Neugestaltung der künstlerischen Erzählung Kosovas. Das restaurierte Kunstzentrum der Stiftung wird in Runik einen dauerhaften Raum für kulturellen Austausch bieten. Seine anstehenden Projekte in Berlin und die Opernarbeiten setzen sich weiterhin mit der Verbindung von Geschichte, Erinnerung und zeitgenössischer Kunst auseinander.

Quelle