Projekt Fellwechsel macht aus Wildtierfellen nachhaltige Mode – doch Kritik bleibt
Ludger RörrichtProjekt Fellwechsel macht aus Wildtierfellen nachhaltige Mode – doch Kritik bleibt
"Fellwechsel": Neues Projekt verwertet Wildtierfelle aus deutscher Jagd
Eine bundesweite Initiative mit dem Namen Fellwechsel ist gestartet, um die Felle von Wildtieren aus der deutschen Jagd zu verwerten. Das Vorhaben, unterstützt vom Deutschen Jagdverband (DJV) und dem Landesjagdverband Baden-Württemberg, zielt darauf ab, bisher entsorgte Tierkadaver in nutzbare Materialien umzuwandeln. Ab nächster Woche nehmen die Arbeiten in einer speziellen Abdeckerei in Rastatt ihren Betrieb auf.
Die Anlage in Rastatt soll täglich rund 100 Tiere verarbeiten, darunter Füchse, Stein- und Baummarder, Waschbären, Bisamratten und Nutrias. Bisher wurden die meisten erlegten Wildtiere nach der Jagd entsorgt. Fellwechsel GmbH wird die Felle nun an Gerbereien und Kürschner zur Weiterverarbeitung liefern.
Die aufbereiteten Pelze sollen zu Kissen, Pelzkrägen und Futter für Jacken verarbeitet werden. Die Blaser Jagdwaffen GmbH hat bereits angekündigt, im Herbst drei Jackenmodelle mit Fell aus Rastatt auf den Markt zu bringen. Die Finanzierung des Projekts erfolgt über Auktionen und den direkten Verkauf der Häute.
Trotz branchenweiter Unterstützung stößt das Vorhaben auf Kritik. Der Deutsche Tierschutzbund lehnt die Initiative vehement ab.
Die Abdeckerei hat eine vorläufige Genehmigung erhalten und wird in den kommenden Tagen die Arbeit aufnehmen. Bei Erfolg könnte das Projekt Abfälle aus der Jagd verringern und gleichzeitig neue Produkte schaffen. Die Reaktionen von Tierschutzorganisationen deuten jedoch auf eine anhaltende Debatte über die Zukunft des Projekts hin.






