Regionalbahnen im Südwesten: Leichte Besserung, aber weiterhin mangelhafte Qualität
Ludger RörrichtRegionalbahnen im Südwesten: Leichte Besserung, aber weiterhin mangelhafte Qualität
Im Südwesten Deutschlands zeigten die Regionalbahnverbindungen Ende 2024 leichte Anzeichen einer Erholung, doch die Gesamtqualität blieb auf niedrigem Niveau. Zwar verbesserten sich Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Sitzplatzkapazitäten im Vergleich zum Vorjahr leicht, doch sank die Zufriedenheit der Fahrgäste in Bereichen wie Sauberkeit der Züge. Die aktuelle Bewertung von 33 Netzen offenbart weiterhin erhebliche Probleme – nur eine Handvoll erreichte akzeptable Werte.
Der Durchschnittswert aller Netze stieg minimal auf 45,4 Punkte (2023: 44,6 Punkte). Diese leichte Verbesserung folgte auf den historischen Tiefstand von 36,7 Punkten Ende 2022. Dennoch schafften es nur zehn der 33 Netze, mehr als 50 von 100 möglichen Punkten zu erreichen.
Als größter Aufsteiger galt die Bodensee-Bahn: Betreiber DB Regio steigerte seine Bewertung um 36 Punkte und kletterte damit vom vorletzten Platz Ende 2023 auf Rang 10. Zu den schlechtesten Anbietern zählten Arverio im Franken/Enz-Netz (Platz 31, 21,9 Punkte), die Murrbahn (Platz 32, 12,6 Punkte) sowie die Hochrhein-Strecke von DB Regio (Platz 33, 6,8 Punkte).
Die Spitzenplätze belegten die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) im Klettgau-Netz (Platz 1, 91,9 Punkte), die Schwäbische Alb-Bahn (Platz 2, 89,1 Punkte) und die SBB-Strecke Schaffhausen–Singen (Platz 3, 86,9 Punkte). Bewertet wurden Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Fahrgastzufriedenheit, Kapazitäten und Sauberkeit.
In Baden-Württemberg sank die Pünktlichkeit bis Februar 2026 auf 82,5 Prozent – ein Rückgang um drei Prozentpunkte gegenüber 2025. Die Zuverlässigkeit verbesserte sich hingegen von 87,6 auf 94,1 Prozent. Bundesweit erreichten Regionalzüge im Januar 2026 eine Pünktlichkeitsquote von 87,2 Prozent und im Februar 88,7 Prozent, jeweils niedriger als im Vorjahr.
Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass sich der Regionalverkehr im Südwesten Deutschlands auf bescheidenem Niveau stabilisiert. Während einige Netze Fortschritte machen, hinken andere in zentralen Bereichen weiterhin weit hinterher. Fahrgäste müssen nach wie vor mit Schwankungen bei Pünktlichkeit, Sauberkeit und Servicequalität rechnen.






