Rückversicherer debattieren über Innovation und Stabilität in unsicheren Zeiten
Verena KramerRückversicherer debattieren über Innovation und Stabilität in unsicheren Zeiten
Branchenführer trafen sich beim jährlichen Baden-Badener Rückversicherungssymposium, um über die Zukunft des Risikomanagements zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Ausweitung der Risikotransferkapazitäten und die Förderung von Innovation in einem unsicheren globalen Umfeld. Führungskräfte großer Unternehmen teilten ihre Einschätzungen zur sich wandelnden Rolle der Rückversicherung.
Clemens Jungsthöfel, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück, bezeichnete die Rückversicherung als stabilisierende Kraft in turbulenten Zeiten. Er betonte ihre Bedeutung für Unternehmen und Volkswirtschaften, um unerwartete Schocks zu bewältigen. Seine Äußerungen gaben den Ton für die weiteren Debatten über Resilienz vor.
Tanguy Touffut, Mitgründer und CEO von Descartes Underwriting, wies darauf hin, dass Krisen oft den wahren Wert der Rückversicherung offenbaren. Gleichzeitig böten solche Herausforderungen Chancen für neue Ansätze und Produkte, argumentierte er. Die Notwendigkeit von Anpassungsfähigkeit zog sich wie ein roter Faden durch die Diskussionen.
Laurent Rousseau, CEO für die Region EMEA und globale Kapitallösungen bei Guy Carpenter, forderte die Branche auf, über traditionelle Risikogrenzen hinauszugehen. Unternehmen sollten innovative Lösungen für aufkommende Bedrohungen entwickeln, mahnte er. Seine Worte spiegelten die wachsende Nachfrage nach flexibleren Underwriting-Strategien wider.
Amy Barnes, globale Leiterin des Bereichs Energie & Strom bei Marsh, hob die entscheidende Funktion des Versicherungssektors bei der Bewältigung komplexer globaler Risiken hervor. Sie unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Erstversicherern, Rückversicherern und Kunden. Im Fokus stand der Aufbau robusterer Rahmenbedingungen für den Risikotransfer.
Penny Seach, Gruppen-Chef-Underwriterin bei der Zurich Insurance, merkte an, dass die heutige Zeit eine andere Herangehensweise an die Risikobewertung erfordere. Veraltete Modelle seien im aktuellen, sich rasant verändernden Umfeld möglicherweise nicht mehr ausreichend, so ihre Einschätzung. Damit unterstützte sie die Forderungen nach mehr Innovation in der Branche.
Das Symposium unterstrich die Rolle des Rückversicherungssektors als Stabilitätsanker in unsicheren Zeiten. Die Branchenführer waren sich einig, dass kreative Lösungen nötig sind, um sich wandelnde Risiken zu bewältigen. Die Diskussionen deuteten auf einen Wandel hin zu dynamischeren und agileren Underwriting-Praktiken hin.