05 April 2026, 00:41

Sechs Gemeinden gründen Genossenschaft gegen den Ärztemangel in der Region

Eine Gruppe von Krankenschwestern in weißen Uniformen posiert vor einem Krankenhaus in Kenia für ein Foto auf dem Rasen, mit Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund und Text oben und unten auf dem Bild.

Sechs Gemeinden gründen Genossenschaft gegen den Ärztemangel in der Region

Sechs Gemeinden in der Region Bopfingen, Ries und Härtsfeld haben sich zusammengeschlossen, um dem wachsenden Mangel an Hausärzten entgegenzuwirken. Die neu gegründete Genossenschaft IpfMED will die langfristige medizinische Versorgung sichern, indem sie bessere Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte schafft. Da fast die Hälfte der Mediziner in der Region kurz vor dem Ruhestand steht, bezeichnen lokale Verantwortliche den Schritt als notwendige Maßnahme, um die Lücken zu schließen, die durch das Untätigbleiben des Landes entstanden sind.

Aktuell liegt die Versorgungsquote mit Hausärzten im Raum Bopfingen/Ries bei 94 Prozent. Doch 44 Prozent dieser Ärzte sind über 60 Jahre alt und werden voraussichtlich bald in den Ruhestand gehen. Dies spiegelt eine landesweite Krise in Baden-Württemberg wider, wo fast 1.000 Hausarztstellen unbesetzt sind – und die Zahl steigt weiter an.

Die Genossenschaft IpfMED bietet ein flexibles Modell: Gemeinden und Ärzte können je nach Bedarf beitreten oder austreten. Die Beiträge richten sich nach der Einwohnerzahl, sodass auch kleinere Städte teilnehmen können. Im Gegensatz zu herkömmlichen Strukturen setzt die Initiative auf Zusammenarbeit statt auf Konkurrenz mit bestehenden Praxen.

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Bopfingens Bürgermeister nannte das Projekt eine "Notlösung für die Gesundheitspolitik" und verwies auf das Fehlen einer übergeordneten Landesstrategie. Der Landrat des Ostalbkreises hingegen hat eine einmalige finanzielle Unterstützung zugesagt und betont weitere Maßnahmen zur Verbesserung der ländlichen Gesundheitsversorgung. Bisher gibt es im Landkreis nur eine weitere Ärztegenossenschaft, in der bereits gemeinsame Bereitschaftsdienste, gemeinsame Nachwuchsgewinnung und Telemedizin umgesetzt werden.

Die Genossenschaft plant, bestehende Praxen zu übernehmen oder neue Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu gründen. Damit sollen attraktive Arbeitsplätze für Ärzte aller Altersgruppen entstehen, um die Kontinuität in der Patientenversorgung zu gewährleisten.

IpfMED bietet eine lokale Lösung für ein drängendes Problem – mit flexiblen Mitgliedschaften und gezielter Unterstützung für die alternde Ärzteschaft. Bei Erfolg könnte das Modell auch für andere ländliche Regionen mit ähnlichen Engpässen Vorbildcharakter haben. Derzeit liegt der Fokus darauf, Ärzte zu gewinnen und den Zugang zur medizinischen Versorgung in der Region zu sichern.

AKTUALISIERUNG

Thüringen's Stipend Strategy: A New Regional Approach to the Doctor Shortage

Seven Thüringen municipalities are using medical scholarships to attract young doctors, mirroring Baden-Württemberg's IpfMED initiative. Key details:

  • 7 cities offer state-funded stipends (up to €1,000/month) for medical students.
  • 8 unfilled GP positions in Altenburger Land alone highlight the urgency.
  • 42 students received support in 2025 under a 15-year-old state program requiring post-graduation service in Thüringen.