20 April 2026, 12:32

Sexismus-Vorwürfe gegen Druckfrisch: Warum Denis Schecks Kritik eine Debatte entfachte

Ein altes Buch mit einer Illustration eines Mannes in einem Anzug, der in einem Stuhl sitzt und eine Frau neben ihm steht, betitelt mit "Die Macht der öffentlichen Meinung."

Sexismus-Vorwürfe gegen Druckfrisch: Warum Denis Schecks Kritik eine Debatte entfachte

Eine hitzige Debatte über Sexismus ist um die Literatursendung Druckfrisch des ARD entbrannt. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht Moderator Denis Scheck, dessen schroffe Kritik an zwei Autorinnen weitreichende Empörung auslöste. Sowohl die Sendung als auch der Sender sehen sich nun mit Fragen zu Fairness und Tonfall in der Buchkritik konfrontiert.

Der Streit begann am 29. März, als Scheck die Werke von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy in drastischen Worten verriss. In seinem markanten Kritikerstil ließ er ihre Bücher durch eine Rutsche in einen Mülleimer fallen. Passmann warf ihm später vor, seine Kritik sei "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Von Kürthy reagierte mit einem Essay in der Zeit, in dem sie sich mit der öffentlichen Abwertung ihrer Texte auseinandersetzte.

Scheck verteidigte seinen Ansatz und betonte, seine Rezensionen richteten sich "gegen die Werke selbst, nicht gegen ihre Autorinnen oder Leser". Der ARD hingegen distanzierte sich in einer Stellungnahme von jeder Form der Frauenfeindlichkeit in Druckfrisch und versicherte, das Geschlecht einer Autorin spiele bei literarischen Bewertungen keine Rolle.

Die Kritik beschränkte sich nicht auf die betroffenen Schriftstellerinnen. Die Autorin Elke Heidenreich verurteilte Schecks Methoden und hinterfragte die Verantwortung des ARD, solche Rezensionen zu ermöglichen. Trotz der öffentlichen Empörung bleibt die Sendung auf Sendung, und der Rundfunk steht weiterhin hinter dem Format.

Die Auseinandersetzung hat Druckfrisch in die Schusslinie gerückt und wirft grundsätzliche Fragen nach den Grenzen der Literaturkritik auf. Die Verteidigung des Programms durch den ARD deutet darauf hin, dass vorerst keine Änderungen zu erwarten sind. Die Debatte darüber, ob Schecks Stil eine Grenze überschreitet oder schlicht eine harte, aber legitime Herangehensweise darstellt, dauert derweil an.

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