29 April 2026, 05:32

Sieben Stunden "Wallenstein" – warum deutsche Theater wieder auf Mammutinszenierungen setzen

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit sichtbarem Text und einem Logo auf der Seite.

Sieben Stunden "Wallenstein" – warum deutsche Theater wieder auf Mammutinszenierungen setzen

Eine siebenstündige Inszenierung von Wallenstein sorgt in der deutschen Theaterszene für Furore. Die monumentale Produktion mit dem Titel "Wallenstein: Ein Schlachtenfest in sieben Gängen" wird derzeit an den Münchner Kammerspielen im Rahmen des Berliner Theatertreffens gezeigt. Die Karten waren schnell ausverkauft – ein Beweis für die anhaltende Faszination an Theater-Marathons.

Deutsche Bühnen blicken auf eine lange Tradition langatmiger Inszenierungen zurück. 1999 dauerte Luk Percevals "Schlachten" beim Salzburger Festspiele ganze zwölf Stunden. Erst kürzlich zeigte das Schauspielhaus Bochum 2023 eine siebenstündige Fassung der "Brüder Karamasow". Nun bereitet die Berliner Volksbühne eine Neuauflage von "Peer Gynt" vor, dessen erster Teil in früheren Inszenierungen allein acht Stunden umfasste.

Der Trend steht im Kontrast zur Pandemiezeit, als viele Theater Stücke verkürzten, indem sie Pausen strichen. "Wallenstein" hingegen bietet drei Unterbrechungen – inklusive Bewirtung –, um dem Publikum die siebenstündige Aufführung zu erleichtern. Der Deutsche Bühnenverein erfasst zwar keine offiziellen Statistiken zu Spieldauern, doch das diesjährige Theatertreffen (1. bis 17. Mai) unterstreicht die anhaltende Begeisterung für theatralische Ausdauerproben.

Der ausverkaufte "Wallenstein" bestätigt: Deutsche Zuschauer:innen stehen nach wie vor auf episches Theater. Mit Pausen und Verpflegung verbindet die Inszenierung künstlerischen Ehrgeiz mit Praktikabilität. Und der Trend scheint ungebrochen – immer neue Langzeit-Revivals halten Einzug auf den Spielplänen.

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