SPE und Ethernet-APL revolutionieren die industrielle Kommunikation mit neuem Standard-Stecker
Verena KramerSPE und Ethernet-APL revolutionieren die industrielle Kommunikation mit neuem Standard-Stecker
Single Pair Ethernet (SPE) und Ethernet Advanced Physical Layer (Ethernet-APL) revolutionieren die industrielle Kommunikation. Diese Technologien ermöglichen nun die Übertragung von Ethernet-basierten Daten und Strom über ein einziges Adernpaar. Eine aktuelle Standardisierungsinitiative soll ihre Verbreitung in Fabriken und Produktionsanlagen beschleunigen.
Die Profinet Nutzerorganisation (PI) hat sich auf einen einheitlichen Steckverbinder für SPE geeinigt – den IEC 63171-7. Das robuste M12-Hybriddesign ist sowohl für IP67- als auch für IP20-Umgebungen geeignet und beendet damit die Verwirrung, die durch frühere, inkompatible Versionen entstanden war. Dieser Schritt dürfte den Marktdurchbruch von SPE, insbesondere in der Automatisierungstechnik, deutlich beschleunigen.
Ethernet-APL baut auf SPE auf und ergänzt es um eigensichere Funktionen. Die Technologie unterstützt Datengeschwindigkeiten von bis zu 10 Mbit/s über Distanzen von bis zu 1000 Metern und versorgt gleichzeitig Feldgeräte über dasselbe Kabel mit Strom. Dadurch eignet sie sich ideal für kompakte, platzsparende Installationen unter rauen Industriebedingungen.
Mehrere führende Unternehmen entwickeln bereits kompatible Geräte. Phoenix Contact, Rosenberger Hochfrequenztechnik, TE Connectivity und Hans Turck treiben die Entwicklung voran. Rosenberger, ein wichtiger Partner der Industrie seit 2012, hat maßgeblich an der Ausgestaltung des Standards mitgewirkt.
Für Unternehmen bietet Lapp Unterstützung bei der Integration dieser Technologien an – von Schulungen über Planungsberatung bis hin zu individuellen Lösungsansätzen. Zudem liefert das Unternehmen langlebige SPE-Kabel (Etherline T1) und Ethernet-APL-Kabel (Etherline T1L), die sich durch einfache Handhabung und hohe Zuverlässigkeit auszeichnen.
Während neue Anlagen Ethernet-APL problemlos einführen können, stehen ältere Standorte vor Herausforderungen. Bestehende Verkabelungen müssen vor einem Upgrade sorgfältig auf Kompatibilität geprüft werden. Ralf Moebus, Leiter Produktmanagement bei Lapp, prognostiziert einen großen Branchenwandel bis 2026, sobald mehr Geräte und Infrastruktur verfügbar sind.
Der standardisierte Steckverbinder und die wachsende Branchenunterstützung ebnen den Weg für eine breitere Nutzung von SPE und Ethernet-APL. Fabriken können künftig mit schnelleren und zuverlässigeren Ethernet-Verbindungen auf Feldebene rechnen. Mit Schulungsangeboten und speziellen Kabeln stehen Unternehmen bereits jetzt die notwendigen Werkzeuge für den Umstieg zur Verfügung.






