24 February 2026, 17:26

Stuttgart testet Quantenkommunikation in echtem Glasfasernetz mit 6 Millionen Euro Förderung

Ein Mobilbildschirm zeigt ein Gehirnbild und den Text "Denken Elektronen?" im Zusammenhang mit der Quantenphysik.

Stuttgart testet Quantenkommunikation in echtem Glasfasernetz mit 6 Millionen Euro Förderung

Neues deutsches Forschungsprojekt QCyber testet Quantenkommunikation in realem Glasfasernetz

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Mit einer Förderung von 6 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startet das Projekt QCyber, das in den nächsten drei Jahren Quantentechnologien in einem praxisnahen Glasfasernetz erproben wird. Dabei arbeiten Universitäten und Unternehmen zusammen, um sichere Quantenanwendungen zu entwickeln.

Das Vorhaben vernetzt bis zu sechs Knotenpunkte über ein 20 Kilometer langes Glasfasernetz in Stuttgart, das die Standorte Vaihingen und Stadtmitte verbindet. Beteiligt sind akademische und industrielle Partner wie die Universität Stuttgart, die TU Berlin, Nokia und Swabian Instruments.

QCyber wird neue Hardware und Software für die Quantenkommunikation evaluieren – mit Fokus auf Sicherheit und Leistung. Neben abhörsicherer Nachrichtenübertragung testen die Forscher Mehrbenutzer-Anwendungen wie gruppenbasierte Verschlüsselung, kollaborative Entschlüsselung und quantengestützte elektronische Wahlsysteme. Zudem soll die Integration von Quantensystemen in bestehende IT-Sicherheitsarchitekturen vorangetrieben werden.

In Workshops bei ARENA2036 werden Industriepartner über praktische Einsatzmöglichkeiten von Quantennetzen diskutieren. Von Anfang 2026 bis Ende 2028 läuft das Projekt, das Erkenntnisse für eine skalierbare Quanteninfrastruktur in Europas digitaler Zukunft liefern soll.

Ähnliche Testumgebungen gibt es bereits in anderen europäischen Ländern: In Irland betreibt die BTI das Dublin Quantum Testbed, in Frankreich steuern Thales und Orange den Paris Quantum Network Pilot. Die ETH Zürich und ID Quantique in der Schweiz haben seit 2022 ebenfalls ein Quantennetz aufgebaut. In Deutschland könnten Städte wie Berlin, München und Hamburg dem Stuttgarter Beispiel folgen – etwa im Rahmen des BMBF-Programms "Quantentechnologien und Anwendungen" (QTAP).

QCyber wird untersuchen, wie Quantennetze unter realen Bedingungen mit mehreren Nutzern performen. Die Ergebnisse könnten die Entwicklung sicherer digitaler Infrastrukturen in Europa prägen und weitere Regionen in Deutschland motivieren, eigene Quanten-Testumgebungen aufzubauen.