11 January 2026, 05:06

Stuttgart–Tübingen: Verspätungen bleiben – doch Lösungen sind in weiter Ferne

Ein Zug fährt auf den Schienen neben einem Bahnsteig mit einem Mast, der Metallstangen mit Lampen trägt.

Stuttgart–Tübingen: Verspätungen bleiben – doch Lösungen sind in weiter Ferne

Die Bahnstrecke zwischen Tübingen und Stuttgart steht wegen anhaltender Verspätungen zunehmend in der Kritik. Verkehrsminister Winfried Hermann räumte ein, dass die Zuverlässigkeit in den letzten sechs Monaten weiter nachgelassen habe – und kurzfristige Lösungen seien nicht in Sicht. Unterdessen hat Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer Vorschläge unterbreitet, um die Probleme zu entschärfen.

Palmer verwies auf die anhaltenden Schwierigkeiten auf der Strecke Tübingen–Stuttgart und forderte Maßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit. Er schlug vor, den im Stundentakt verkehrenden Regional-Express RE 6 vorübergehend auszusetzen, um Personal und Züge zu entlasten. Ein weiterer Vorschlag sah vor, einen zusätzlichen Zug in Tübingen bereitzuhalten, um bei sich überschneidenden Wagenumläufen Verspätungen auszugleichen und so Abfahrten auch dann pünktlich zu ermöglichen, wenn ankommende Züge Verspätung haben.

Verkehrsminister Hermann bestätigte zwar die nachlassende Servicequalität, schloss aber kurzfristige Verbesserungen aus. Als Hauptgründe nannte er infrastrukturelle Engpässe, darunter das Großprojekt Stuttgart 21. Zudem betonte er, dass die geplanten Wagenumläufe in Tübingen bereits für die Fahrplananpassung im Dezember 2026 vorgesehen seien. Wenke Böhm vom Verkehrsministerium ergänzte, Palmers Ideen seien nicht neu und würden bereits geprüft. Hermann fügte hinzu, dass eine Steigerung der Zuverlässigkeit möglicherweise eine Reduzierung des Angebots um ein Sechstel erfordere. Bis Ostern 2026 versprach er jedoch, dass in Tübingen stets ein Zug bereitstehe, um planmäßig abzufahren – unabhängig von Verspätungen aus Stuttgart.

Die Debatte flammt auf, während die Verspätungen auf der Strecke Tübingen–Stuttgart weiter anhalten. Sofortige Lösungen wurden ausgeschlossen, doch es werden Anpassungen bei Fahrplänen und Zugverfügbarkeit geprüft. Veränderungen, darunter ein reduziertes Angebot und optimierte Wagenumläufe, sollen voraussichtlich bis Ende 2026 umgesetzt werden.