Stuttgarter Friedenspreis 2023 geht an Seebrücke für Einsatz für Geflüchtete
Ludger RörrichtStuttgarter Friedenspreis 2023 geht an Seebrücke für Einsatz für Geflüchtete
Das Netzwerk Seebrücke Baden-Württemberg ist mit dem Stuttgarter Friedenspreis 2023 für sein Engagement zugunsten von Geflüchteten ausgezeichnet worden. Die Initiative setzt sich für sichere Migrationsrouten und eine faire Behandlung von Asylsuchenden ein. Bei der Preisverleihung hielt Ryyan Alshebl, der Bürgermeister von Ostelsheim, die Laudatio.
Der mit 5.000 Euro dotierte Preis würdigt das Engagement der Gruppe im Rahmen der Kampagne "Sichere Häfen", die Kommunen dazu aufruft, freiwillig mehr Geflüchtete aufzunehmen als gesetzlich vorgeschrieben.
Seebrücke fordert die Entkriminalisierung von Seenotrettungen, legale Fluchtwege sowie menschenwürdige Lebensbedingungen für Geflüchtete. Die Bewegung kritisiert die zunehmende Abschottungspolitik Europas als Verstoß gegen die Menschenrechte. Elena, Sprecherin des baden-württembergischen Ablegers, bezeichnete die aktuellen Asylregelungen als ungerecht und unmenschlich.
Die "Sichere Häfen"-Initiative findet in der Region immer mehr Unterstützung. Bisher haben sich 44 Kommunen – darunter Stuttgart, Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe, Konstanz und Rottenburg – bereit erklärt, über die offiziellen Quoten hinaus zusätzliche Geflüchtete aufzunehmen. Die Städte und Gemeinden verpflichten sich freiwillig, mehr Menschen Schutz zu bieten, als es die Vorgaben vorsehen.
Alshebl, selbst als syrischer Geflüchteter nach Deutschland gekommen und heute Bürgermeister von Ostelsheim, nutzte die Preisverleihung für eine klare Kritik an der deutschen Asyldebatte. Er forderte mehr Mitgefühl und pragmatische Lösungen. Der Stuttgarter Friedenspreis, vergeben von "Die AnStifter" und der Friedenspreis-Stiftung, ehrt Projekte, die sich für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität einsetzen.
Die 5.000 Euro Preisgeld fließen in die weitere Arbeit von Seebrücke im Rahmen der "Sichere Häfen"-Kampagne. Die beteiligten Kommunen in Baden-Württemberg setzen sich weiterhin für eine gerechtere Flüchtlingspolitik ein. Der Fokus der Initiative bleibt auf der Ausweitung lokaler Unterstützung und der Kritik an den restriktiven Migrationsregeln der EU.






