Tarifstreit im Nahverkehr Baden-Württembergs: Erste Verhandlungen scheitern ohne Arbeitgeberangebot
Ludger RörrichtTarifstreit im Nahverkehr Baden-Württembergs: Erste Verhandlungen scheitern ohne Arbeitgeberangebot
Tarifverhandlungen für Beschäftigte im kommunalen Nahverkehr Baden-Württembergs scheitern in erster Runde
Die Lohnverhandlungen für Mitarbeiter im öffentlichen Personennahverkehr Baden-Württembergs sind nach der ersten Runde ohne ein Angebot der Arbeitgeberseite festgefahren. Betroffen sind rund 6.700 Beschäftigte bei sieben Verkehrsbetrieben in Städten wie Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg. Die Arbeitgeber begründeten die ausbleibenden Fortschritte mit angespannten Haushalten.
Die Gewerkschaft Ver.di hatte höhere Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Überstundenarbeit sowie Zulagen für bestimmte Entgeltgruppen gefordert. Sie argumentiert, die Belegschaft leide unter übermäßiger Arbeitsbelastung, wobei Überstunden teilweise unter dem regulären Stundensatz vergütet würden. Der aktuelle Konflikt folgt auf Vereinbarungen aus dem Jahr 2024, die Krankheitsstände senken und die Belastung der Mitarbeiter verringern sollten.
Jan Bleckert, Verhandlungsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbands Baden-Württemberg (KAV), vertrat die Arbeitgeberseite am Verhandlungstisch. Nach dem Scheitern der Gespräche wird Ver.di nun ihre Tarifkommission über das weitere Vorgehen beraten. Ähnliche Verhandlungen finden derzeit bundesweit statt und betreffen fast 150 lokale Verkehrsunternehmen.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für Anfang Februar angesetzt. Bis dahin müssen beide Seiten die Forderungen der Gewerkschaft zu Arbeitsbelastung und Entgeltstrukturen angehen.
Da kein Angebot vorliegt, wird Ver.di nach internen Beratungen über das weitere Procedere entscheiden. Die finanzielle Belastung der Kommunen bleibt ein zentrales Hindernis. Die Gespräche im Februar werden zeigen, ob eine Einigung möglich ist.