06 February 2026, 07:20

Tödliches Synthetik-Opioid Cychlorphin breitet sich in Deutschland aus – doch die Bundesregierung bleibt untätig

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der landesweiten Überdosis-Tode involving any opioid among all ages, by gender von 1999 bis 2021 zeigt, mit begleitendem Text, der weitere Informationen bereitstellt.

Neues Designer-Droge im Umlauf - Was Sie wissen müssen - Tödliches Synthetik-Opioid Cychlorphin breitet sich in Deutschland aus – doch die Bundesregierung bleibt untätig

Gefährliches Synthetik-Opioid Cychlorphin breitet sich in Deutschland aus

Ein hochriskantes synthetisches Opioid mit dem Namen Cychlorphin verbreitet sich in Teilen Deutschlands. Der Wirkstoff, der weit stärker als Heroin ist, hat bereits schwere Vergiftungen und Todesfälle verursacht. Fast ein Jahr nach seinem ersten Auftauchen fehlen den Bundesregierung jedoch weiterhin klare Präventionsstrategien.

Erstmals wurde Cychlorphin im Dezember 2023 in Deutschland nachgewiesenen. Bis Ende September 2024 führte ein schwerer Vergiftungsfall in Freiburg dazu, dass eine Person auf die Intensivstation eingeliefert werden musste. In Karlsruhe berichteten sechs Konsumenten von der Einnahme des Stoffs und beschrieben seine Wirkung als warm, euphorisierend und schlaffördernd.

Das Opioid wird in verschiedenen Formen verkauft, darunter gelbe Tabletten und farblose E-Liquids. Es kann geschluckt, inhaliert oder injiziert werden. Schon winzige Mengen – gemessen in Mikrogramm – können lebensbedrohliche Reaktionen auslösen. Im Gegensatz zu gängigen verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln erhöht die extreme Potenz von Cychlorphin das Risiko einer Überdosis deutlich.

In der Vergangenheit stand der Wirkstoff bereits mit Todesfällen in Deutschland und England in Verbindung. Häufig wird er auf kleinen Papierquadraten, sogenannten "Blottern", verteilt. Naloxon, ein Notfall-Gegenmittel, kann eine Vergiftung möglicherweise rückgängig machen – doch oft sind wiederholte Gaben nötig.

Anfangs war das Gefahrenpotenzial nur schwer einzuschätzen. Ein einzelner Händler in Karlsruhe hatte das Opioid vertrieben, und über seine Stärke war wenig bekannt. Seither gibt es jedoch keine dokumentierten offiziellen Maßnahmen oder Warnungen der deutschen Gesundheitsbehörden.

Cychlorphin bleibt eine wachsende Bedrohung, mit gemeldeten Fällen in mehreren Städten. Das Fehlen staatlicher Gegenwehr setzt Nutzer einem hohen Risiko für Überdosen oder tödliche Vergiftungen aus. Naloxon bietet zwar eine mögliche Rettungschance – doch seine Wirksamkeit hängt von einer schnellen und wiederholten Anwendung ab.