Treibstoffkrise nach Hormus-Sperrung: Airlines streichen Strecken und kämpfen um Kerosin
Ludger RörrichtTreibstoffkrise nach Hormus-Sperrung: Airlines streichen Strecken und kämpfen um Kerosin
Treibstoffpreise für Flugzeuge schnellen nach Sperrung der Straße von Hormus in die Höhe – Fluggesellschaften streichen unrentable Strecken
Die Preise für Flugtreibstoff sind nach der Schließung der Straße von Hormus drastisch angestiegen und zwingen Airlines, unrentable Verbindungen einzustellen. Die Störung folgt auf den Iran-Krieg, der wichtige Schifffahrtsrouten lahmgelegt und das europäische Energiesystem unter Druck gesetzt hat.
Die Sperrung der Straße von Hormus hat eine entscheidende Versorgungsroute für Flugkraftstoff unterbrochen. Normalerweise decken Importe aus dem Nahen Osten etwa 20 Prozent des europäischen Bedarfs – nun kämpfen Fluggesellschaften, Raffinerien und Regierungen darum, die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten.
Deutschland hat sich anderen EU-Regierungen angeschlossen und widersetzt sich den geplanten EU-Vorschriften zu Methanemissionen für importiertes Öl und Gas. Berlin warnt, dass die Regelung ab 2027 die Einfuhren von Erdölprodukten, einschließlich Kerosin, einschränken könnte. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche betonte, Deutschland benötige mehr Zeit, um die Versorgung mit Gas und Erdölprodukten zu sichern, bevor die Vorschriften greifen.
Widerstand gegen die Regelung kommt auch von außerhalb Europas. Die USA haben vor möglichen Störungen der Gaslieferungen in die EU gewarnt. Als Reaktion arbeitet die Europäische Kommission an Plänen, um Strafen für Unternehmen zu erlassen, die gegen die Vorschriften verstoßen – ein Kompromiss zwischen Klimazielen und praktischen Erfordernissen.
EU-Energiekommissar Dan Jorgensen beharrt jedoch darauf, dass das Gesetz bereits flexibel sei und nicht neu verhandelt werde. Dennoch fordern zwölf Mitgliedstaaten eine dreijährige Verschiebung – ein Vorschlag, der auf der Tagesordnung der EU-Minister steht.
Die Methanvorschriften stoßen auf wachsenden Widerstand von Regierungen und internationalen Partnern. Fluggesellschaften und Raffinerien leiden bereits unter steigenden Treibstoffkosten und Lieferkettenproblemen. Die EU steht nun vor der Herausforderung, diese Bedenken zu berücksichtigen, ohne ihre Klimaziele aus den Augen zu verlieren.
