Tübingen bekommt 2027 ein revolutionäres Single-Cell-Zentrum für Medizin und Forschung
Hans-Jürgen PeukertTübingen bekommt 2027 ein revolutionäres Single-Cell-Zentrum für Medizin und Forschung
Universität Tübingen baut neues Single-Cell-Zentrum – Eröffnung für März 2027 geplant
Die Universität Tübingen errichtet ein neues Single-Cell-Zentrum, das im März 2027 seine Türen öffnen soll. Die Einrichtung wird moderne Technologien und Forschung im gesamten Bodenseeraum bündeln. Über 150 Institutionen – darunter Krankenhäuser, Labore und Biotech-Unternehmen – werden unter ihrem Dach zusammenarbeiten.
Das Zentrum soll die Diagnose und Behandlung von Krankheiten revolutionieren, indem es einzelne Zellen mit bisher unerreichter Präzision untersucht. Geleitet wird es von den Professoren Florian Stengel und Kathrin Schumann sowie Dr. Annette Sommershof, die die wissenschaftliche Koordination übernehmen wird.
Ausgestattet mit hochmodernen Geräten ermöglicht das Zentrum die Analyse von Zellen in extremer Detailtiefe. Dazu zählen ein Hochgeschwindigkeits-Zellsortierer, ein Hochauflösungs-Massenspektrometer und ein spektroskopischer Hochleistungsanalysator. Mit diesen Instrumenten können Forscher zelluläre Unterschiede erfassen, die bei komplexen Erkrankungen eine zentrale Rolle spielen.
Professorin Kathrin Schumann betont den klinischen Nutzen dieser Arbeit: Durch das Verständnis der zellulären Heterogenität lassen sich gezieltere Therapien für Krankheiten entwickeln, die sich von Patient zu Patient stark unterscheiden. Die Forschung des Zentrums wird sich nicht nur auf menschliche Zellen beschränken, sondern auch Pflanzen- und Tierstudien umfassen – etwa für die agrartechnische Biotechnologie oder die Veterinärmedizin.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung. Nachwuchswissenschaftler erhalten praktische Erfahrungen in Single-Cell-Techniken und werden so auf künftige Fortschritte in der biomedizinischen Forschung vorbereitet. Das Projekt steht im Einklang mit der Beteiligung der Universität an großen Forschungsverbünden wie den Sonderforschungsbereichen 353 und 1756, die überregional ausgerichtet sind.
Ähnliche Einrichtungen gibt es bereits in Deutschland, jede mit eigenen Schwerpunkten: So entwickelt etwa das Max-Delbrück-Centrum in Berlin Mini-Proteine für die Krebstherapie, während Helmholtz Munich mit Single-Cell-Transkriptomik Krankheiten erforscht. Das neue Tübingen-Zentrum wird dieses Netzwerk ergänzen und die führende Position Deutschlands in der Single-Cell-Forschung weiter stärken.
Sobald das Single-Cell-Zentrum in Betrieb geht, wird es als zentraler Innovationshub für die Lebenswissenschaften dienen. Seine Technologien und Partnerschaften sollen Durchbrüche in der Diagnostik und personalisierten Medizin beschleunigen. Zudem bietet die Einrichtung eine wichtige Ausbildungsplattform für die nächste Generation von Forschern in diesem rasant wachsenden Feld.






