08 January 2026, 03:26

Tübingen fordert radikale Bahn-Reformen gegen Chaos am Hauptbahnhof

Ein Bahnhofsgebäude mit Menschen neben einem Zug auf der linken Seite, einem Stand in der Mitte, einem weiteren Zug auf der rechten Seite und einer Bank in der rechten unteren Ecke.

Tübingen fordert radikale Bahn-Reformen gegen Chaos am Hauptbahnhof

Tübingens Oberbürgermeister hat dringende Änderungen am Hauptbahnhof der Stadt gefordert, um Staus zu verringern und die Sicherheit zu verbessern. Boris Palmer schlug eine bessere Trennung der Verkehrsströme, erweiterte Fahrradparkplätze und eine Neuorganisation der Bushaltestellen vor, um das gegenwärtige Chaos in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig warnte er, dass ohne schnelles Handeln Verspätungen und Überfüllung weiterhin den täglichen Reiseverkehr beeinträchtigen würden.

Die Zuverlässigkeit der Züge zwischen Tübingen und Stuttgart hat sich in den letzten Monaten weiter verschlechtert. Häufige Ausfälle, lange Verspätungen und überfüllte Wagen sind mittlerweile an der Tagesordnung. Viele Verbindungen enden bereits vorzeitig in Reutlingen, statt bis Tübingen zu fahren, was die Überlastung noch verschärft.

Die Stadt macht für die Probleme vor allem die knappen Wendzeiten – gerade einmal zehn Minuten am Tübingener Bahnhof – sowie übergeordnete Faktoren wie Infrastrukturengpässe in Stuttgart verantwortlich. Personalmangel und technische Störungen bei der Deutschen Bahn haben die Situation zusätzlich belastet. Oberbürgermeister Palmer bezeichnete die Lage als inakzeptabel und drängte Verkehrsminister Winfried Hermann zu sofortigen Lösungen. Um den Betrieb zu stabilisieren, schlägt Tübingen ein überlappendes Wendesystem am Bahnhof vor. Dadurch könnten Verspätungen von bis zu 40 Minuten aufgefangen werden, ohne dass sich diese auf nachfolgende Fahrten auswirken. Ein weiterer Vorschlag sieht vor, den RE 6 zwischen Tübingen und Stuttgart vorübergehend einzustellen. Die Streichung dieser Linie würde Züge und Personal freimachen und so den Druck auf die verbleibenden Verbindungen verringern.

Palmer betonte, dass eine verlässliche Bahnanbindung für die Stadt von entscheidender Bedeutung sei. Sie sei essenziell für Pendler, Unternehmen, Hochschulen, den Tourismus und die Klimaziele. Ohne Verbesserungen drohten die aktuellen Probleme langfristige Schäden für die Mobilität und die lokale Wirtschaft.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, Verspätungen zu reduzieren, Überfüllung zu vermeiden und den Tübingener Bahnhof für alle Nutzer sicherer zu gestalten. Sollten die Pläne – darunter die vorübergehende Einstellung des RE 6 und die Verlängerung der Wendzeiten – genehmigt werden, könnten sie dringend benötigte Stabilität auf der Strecke bringen. Nun wartet die Stadt auf eine Rückmeldung des Verkehrsministeriums zu den nächsten Schritten.