Defekte Telefonzellen: Tübingen will von Deutsche Telekom Geld - Tübingens Kampf gegen die vergessenen Telefonzellen der Telekom
Deutschlands letzte 12.000 öffentlichen Telefonzellen wurden zu Beginn des Jahres 2023 offiziell von der Deutschen Telekom außer Betrieb genommen. Doch zwei Jahre später stehen viele dieser nutzlosen Kabinen noch immer – und sorgen in Städten wie Tübingen für wachsende Verärgerung. Die Kommunen sehen sich nun mit Verzögerungen und Streitigkeiten über ihren Abbau konfrontiert.
Ursprünglich hatte die Deutsche Telekom geplant, alle stillgelegten Telefonzellen bis Ende 2025 abzubauen. Doch aufwendige Genehmigungsverfahren mit den lokalen Behörden haben den Zeitplan durcheinandergebracht – eine vollständige Beseitigung wird nun erst 2026 erwartet. Anfang 2022 standen bundesweit noch rund 14.200 Zellen, doch wie viele seitdem tatsächlich entfernt wurden, ist unklar.
Tübingen ist zum Brennpunkt des Problems geworden: Hier blockieren noch immer 13 defekte Telefonzellen den öffentlichen Raum – sechs davon in der historischen Altstadt. Oberbürgermeister Boris Palmer bezeichnet die verlassenen Kabinen als "Schandfleck", der das Stadtbild verschandelt. Die Stadtverwaltung prüft sogar, ob sie der Telekom die Kosten für die weitere Präsenz der nutzlosen Zellen in Rechnung stellen kann.
Trotz der Stilllegung gestaltet sich der physische Abbau der Telefonzellen als zäh und bürokratisch. Viele Städte warten noch immer darauf, dass die Telekom ihre Pläne in die Tat umsetzt.
Die verwaisten Telefonzellen zeigen die Herausforderungen beim Rückbau großer Infrastrukturprojekte auf. Tübingens Drängen nach Lösungen spiegelt die allgemeine Frustration vieler Kommunen wider. Da sich der vollständige Abbau nun bis 2026 verzögert, dürfte das Problem nicht so schnell vom Tisch sein.






