Ulms Haushaltskrise 2025: Mehr Steuern, doch die Schulden explodieren weiter
Gabor HethurUlms Haushaltskrise 2025: Mehr Steuern, doch die Schulden explodieren weiter
Trotz steigender Steuereinnahmen für 2025 bleibt die Finanzlage Ulms angespannt. Zwar verzeichnete die Stadt Mehreinnahmen in Höhe von 25 Millionen Euro, doch unerwartete Ausgaben und stark gestiegene Kosten fraßen den Großteil davon auf. Die Verwaltung steht nun vor einem straffen Haushalt mit kaum Spielraum für neue Projekte oder langfristige Planungen.
Ein Plus von 25 Millionen Euro bei den Steuereinnahmen – vor allem durch höhere Gewerbesteuern – brachte kaum Entlastung. Rund 192 Millionen Euro davon stammten aus einmaligen Nachzahlungen und nicht aus nachhaltigem Wachstum. Gleichzeitig beliefen sich unvorhergesehene und Notfallausgaben auf etwa 12,6 Millionen Euro, was die verfügbaren Mittel weiter schmälert.
Auch die Schulden der Stadt stiegen 2025 deutlich an: um rund 31 Millionen Euro auf insgesamt 129 Millionen Euro – der höchste Stand seit 2007 und der stärkste jährliche Anstieg seit 1993. Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich die Kreditaufnahme nahezu verdoppelt, getrieben durch hohe Investitionen in die Infrastruktur.
Da die Liquidität sinkt, konnte Ulm erneut keine Rücklagen für den Sanierungs- und Modernisierungsfonds bilden. Diese Lücke erschwert künftige Investitionsvorhaben und lässt dringend notwendige Modernisierungen unfinanziert. Finanzielle Disziplin bleibt entscheidend, doch weitere Schuldensteigerungen sind in den kommenden Jahren absehbar.
Die Zahlen für 2025 bestätigen die anhaltende Haushaltsnot Ulms: Höhere Einnahmen werden durch steigende Kosten und Schulden aufgezehrt. Es gibt keinen neuen finanziellen Spielraum, und die Stadt muss weiterhin zwischen knappen Budgets und wachsenden Anforderungen lavieren. Ohne zusätzliche Maßnahmen bleibt die Perspektive auf absehbare Zeit begrenzt.






