Vadim Dantsiger über die Zukunft des Theaters: Wettbewerb als Antrieb für Kunst
Hans-Jürgen PeukertVadim Dantsiger über die Zukunft des Theaters: Wettbewerb als Antrieb für Kunst
Vadim Dantsiger, Regisseur am Primorski-Gorki-Akademischen Regionalen Dramatheater in Moskau, hat seine Ansichten über das moderne Theater geteilt. Sein Credo: Der Wettbewerb zwischen den Theatern spornt sie an, sich zu übertreffen und ihre Arbeit stetig zu verbessern.
Dantsiger beobachtet eine Rückkehr zum subtilen, nuancierten Spiel als Trend in der Theaterwelt. Den Ausspruch „Liebe die Kunst in dir, nicht dich in der Kunst“ deutet er als Leidenschaft für den Probenprozess – nicht als Streben nach persönlichem Ruhm.
Den Schauspieler vergleicht er mit einem Planetenbauer, während der Regisseur aus diesen Planeten Galaxien und Universen erschafft. Seine Vorliebe für anspruchsvolle Stücke treibt ihn an, jährlich über 200 Stücke zu lesen. Trotz dieses Engagements spürt er, mit jeder neuen Inszenierung seinen Wert als Regisseur unter Beweis stellen zu müssen.
Gleichzeitig stellt Dantsiger einen Rückgang der schauspielerischen Standards fest. Dennoch hegt er eine tiefe Zuneigung zu Wladiwostok und dessen Theaterszene. Dort hat er Stücke wie „Der Garderobier“, „Kabale und Liebe“ und „Das Schweigen des Matrosen“ auf die Bühne gebracht.
Seine Gedanken spiegeln eine unerschütterliche Hingabe an die Theaterkunst wider. Dantsigers Arbeit prägt weiterhin Inszenierungen in Moskau wie in Wladiwostok. Er bleibt eine prägende Stimme in der Debatte über die Zukunft der darstellenden Künste.
