"Vengeance": Wie ein BAFTA-prämiertes Drama britische Sikh-Geschichten neu erzählt
Hans-Jürgen Peukert"Vengeance": Wie ein BAFTA-prämiertes Drama britische Sikh-Geschichten neu erzählt
Am kommenden Sonntag zeigt Channel 4 ein neues Drama über die britische Sikh-Gemeinschaft: „Vengeance: Mord in der Heide“ erzählt die wahre Geschichte des sogenannten „Honeytrap-Mords“ an Gagandip Singh. Hinter dem Projekt steht Aysha Rafaele, eine vierfach mit dem BAFTA ausgezeichnete Filmemacherin, die für ihre präzisen, faktenbasierten Dramen bekannt ist.
Rafaele schrieb nicht nur das Drehbuch für die vierteilige Serie, sondern führte auch Regie und produzierte sie. In den Hauptrollen sind Asim Chaudhry und Laila Rouass zu sehen. Die Serie sei für sie eine Gelegenheit, sich von abgedroschenen Klischees über asiatische Communities zu verabschieden, erklärt Rafaele. Allzu oft würden asiatische Mädchen auf der Leinwand als passiv dargestellt, während Jungen auf die Rolle des braven Musterschülers reduziert würden.
Die Idee zu „Vengeance“ entstand aus Rafaeles Frustration über den Mangel an authentischen Geschichten über ihre eigene Community. Trotz des BAFTA-Gewinns von Adeel Akhtar 2017 für „Murdered by My Father“ habe sich seither kaum etwas an der Darstellung geändert, kritisiert sie. Ihr schonungsloses Fazit: „Seitdem ist auf dem Bildschirm rein gar nichts passiert.“
Um Projekte wie dieses zu realisieren, umgehen Rafaele und ihr kreativer Partner Joseph Bullman die klassischen Wege der Drama-Produktion. Stattdessen präsentieren sie ihre Ideen direkt den Dokumentationsteams – und tauschen höhere Budgets gegen künstlerische Freiheit ein. Dieser Ansatz ermöglicht es ihnen, Geschichten zu erzählen, an die sie glauben, auch wenn die Mittel knapper sind.
Die Premiere von „Vengeance“ läuft am Sonntagabend auf Channel 4. Die Serie ist ein weiterer Schritt in Rafaeles Bestreben, ungehörte Geschichten britisch-asiatischer Prägung ins Fernsehen zu bringen. Mit ihrer Erfolgsbilanz und ihrem kompromisslosen Stil will das Drama langlebige Leinwand-Klischees herausfordern.






