Verhandlungscheit bei ver.di: Droht jetzt der Arbeitskampf in Kliniken?
Ludger RörrichtVerhandlungscheit bei ver.di: Droht jetzt der Arbeitskampf in Kliniken?
Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft ver.di und den privaten Krankenhausbetreibern in Baden-Württemberg sind gescheitert. Die Gespräche endeten ohne eine neue Einigung, sodass rund 5.000 Beschäftigte weiterhin unsicher über mögliche Lohnerhöhungen sind. Die Arbeitgeber blieben bei ihrem bisherigen Angebot, woraufhin die Gewerkschaft mit Arbeitskampfmaßnahmen drohte.
Der bestehende Tarifvertrag war zum Jahresende ausgelaufen. Seitdem fordert ver.di eine Erhöhung der Entgelttabelle um 7 Prozent, was für die Mitarbeiter mindestens 300 Euro mehr im Monat bedeuten würde. Zudem verlangt die Gewerkschaft eine zusätzliche, dienstalterabhängige Entgeltstufe für langjährige Beschäftigte sowie höhere Schichtzuschläge, angelehnt an den öffentlichen Dienst (TVöD).
Die Arbeitgeberseite berief sich jedoch auf finanzielle Grenzen und legte keinen überarbeiteten Vorschlag vor. Stattdessen hielt sie an ihrem ursprünglichen Plan fest: fünf Monate ohne Erhöhung, gefolgt von zwei bescheidenen Anpassungen von jeweils 0,5 Prozent, verteilt über 27 Monate. Konkrete Angaben zu den von den Krankenhausbetreibern genannten finanziellen Belastungen blieben aus.
Da keine Einigung erzielt wurde, kündigte ver.di nun Arbeitskampfmaßnahmen an. Mögliche Warnstreiks könnten noch vor der nächsten Verhandlungsrunde stattfinden, die für Anfang März angesetzt ist.
Die Pattsituation lässt 5.000 Krankenhausmitarbeiter ohne neuen Tarifvertrag zurück. Die Forderungen von ver.di nach höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen bleiben unerfüllt, während die Arbeitgeber an ihrer Position festhalten. Die weiteren Gespräche im März werden zeigen, ob es zu Streiks kommt oder doch noch eine letzte Einigung gelingt.