Verurteilter Mörder flieht während begleiteten Haftausgangs aus Celle
Gabor HethurVerurteilter Mörder flieht während begleiteten Haftausgangs aus Celle
Ein wegen Mordes verurteilter Straftäter, Benjamin F., ist während eines begleiteten Ausgangs aus der Justizvollzugsanstalt Celle im Landkreis Peine geflohen. Der Vorfall hat Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und der Abläufe in niedersächsischen Haftanstalten ausgelöst. Nun stellt sich die Frage, wie eine solche Flucht trotz vorheriger Einschätzungen eines geringen Risikos möglich war.
Benjamin F. hatte mindestens ein Jahrzehnt in Haft verbracht und damit die im Niedersächsischen Justizvollzugsgesetz (§ 13) vorgeschriebene Wartezeit von acht Jahren für unbegleitete Aktivitäten oder kurzfristige Beurlaubungen erfüllt. Die Gefängnisbehörden hatten ihm bereits 38 begleitete Ausgänge gewährt und waren auf Grundlage einer Verhaltensprognose zu dem Schluss gekommen, dass von ihm weder Flucht- noch Rückfallgefahr ausginge.
Während seiner Flucht besuchte Benjamin F. seine Mutter im Peiner Ortsteil Vöhrum. Anschließend ergriff er mit einem Motorrad die Flucht, wurde jedoch nach einem Verkehrsunfall in Italien wieder gefasst. Die CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen zeigte sich angesichts der Flucht und der damit verbundenen Folgen für die öffentliche Sicherheit fassungslos.
Das zuständige Ministerium hat eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. Bisher liegen weder eine offizielle Bewertung noch konkrete Angaben zu möglichen Änderungen der Haftpraxis vor.
Die Flucht wirft ernsthafte Fragen zur Wirksamkeit der aktuellen Sicherheitsvorkehrungen in Justizvollzugsanstalten auf. Die laufenden Ermittlungen des Ministeriums könnten zu Überarbeitungen bei der Handhabung begleiteter Ausgänge und Risikobewertungen führen. Benjamin F. befindet sich nach seiner Festnahme in Italien mittlerweile wieder in Haft.






