Vier Städte testen barrierefreie Gehwege – Baden-Württembergs Fußgänger-Offensive beginnt
Ludger RörrichtVier Städte testen barrierefreie Gehwege – Baden-Württembergs Fußgänger-Offensive beginnt
Vier Städte in Baden-Württemberg beteiligen sich an einer neuen Landesinitiative zur Verbesserung der Fußgängerbedingungen. Balingen, Heilbronn, Pforzheim und Stuttgart nehmen an Freie Gehwege – Mehr Platz zum Laufen teil, einem Projekt, das Hindernisse beseitigen und Bürgersteige barrierefreier gestalten soll. Die Maßnahme ist Teil des ehrgeizigen Ziels der Region, bis 2030 die Hälfte aller Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen.
Das auf ein Jahr angelegte Projekt erprobt neue Ansätze, um die Fortbewegung von Fußgängerinnen und Fußgängern zu erleichtern. Teams werden Gehwege entlang ausgewählter Routen inspizieren und deren Zustand mit digitalen Hilfsmitteln dokumentieren, darunter 360-Grad-Kameras. Häufige Barrieren wie Mülltonnen, überflüssige Verkehrsschilder, parkende Autos, Versorgungsboxen, Parkuhren und Werbedisplays stehen dabei besonders im Fokus.
Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) koordiniert das Vorhaben im Auftrag des Verkehrsministeriums, fachlich unterstützt von der Bernard Gruppe und VIA. Verkehrsminister Winfried Hermann betonte die Bedeutung freier Wege für Fußgänger, Kinderwagen und Rollstuhlfahrer. Zudem forderte er eine bessere Stadtplanung, die von vornherein die Bedürfnisse von Fußgängern priorisiert, um künftige Engpässe zu vermeiden.
Die Initiative knüpft an frühere Pilotprojekte in der Region an. Bis März 2026 hatten bereits rund 25 Gemeinden Maßnahmen zur Verbesserung der Fußgängerinfrastruktur umgesetzt – darunter verbreiterte Gehwege, verkehrsberuhigte Zonen, zusätzliche Fußgängerüberwege und kombinierte Rad- und Fußwege in Städten wie Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg.
Die Erkenntnisse aus den vier Modellstädten sollen künftige Richtlinien für fußgängerfreundliche Straßen prägen. Das Projekt steht im Einklang mit der langfristigen Strategie Baden-Württembergs, den Fuß- und Radverkehr zu stärken. Bei Erfolg könnten ähnliche Projekte auf weitere Kommunen im Land ausgeweitet werden.






