Volkswagen plant radikale Kürzungen: Bis zu 100.000 Jobs in Gefahr
Hans-Jürgen PeukertVolkswagen plant radikale Kürzungen: Bis zu 100.000 Jobs in Gefahr
Volkswagen plant massive Stellenstreichungen, von denen bis zu 100.000 Arbeitsplätze betroffen sein könnten. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsenden Drucks durch die chinesische Konkurrenz und der von der Trump-Ära stammenden Zölle. Trotz anhaltender Profitabilität wächst bei Investoren die Unruhe über die schwächere Marktposition des Konzerns in Asien.
Zu den geplanten Kürzungen könnte auch die Schließung von vier deutschen Werken gehören, darunter die Standorte Hannover und Emden. Mitarbeitervertreter wie Daniela Cavallo wurden vor der Entscheidung nicht konsultiert. Dies unterstreicht die Herausforderungen, mit denen Volkswagen bei der Durchsetzung umfassender Reformen konfrontiert ist – insbesondere angesichts des Einflusses der Gewerkschaften und des Landes Niedersachsen, das als Großaktionär fungiert.
Der Aufsichtsrat wird am 9. Juli zusammentreten, um über die Stellenstreichungen und weitere Reformvorhaben zu beraten. Analysten prognostizieren für das nächste Jahr einen Gewinn je Aktie von 24,21 Euro; derzeit notiert die Aktie bei 72,54 Euro. Das Unternehmen weist ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 3,7 für dieses Jahr und 3,0 für 2027 auf.
Trotz der günstigen Bewertung zeigen sich Anleger zurückhaltend beim Kauf deutscher Autowerte. Sorgen um die langfristigen Aussichten der Branche belasten weiterhin das Marktvertrauen.
Die geplanten Entlassungen und Werksschließungen zielen darauf ab, die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen zu stärken. Der Konflikt um diese Maßnahmen offenbart jedoch, wie komplex es ist, einen Konzern mit starkem Gewerkschafts- und regionalpolitischem Einfluss zu reformieren. Die anstehende Sitzung des Aufsichtsrats wird richtungsweisend für die nächsten Schritte sein.
