15 April 2026, 06:47

Volocopter wechselt CEO – kann Dieter Zetsche die Flugtaxi-Revolution retten?

Ein gelbes Taxi fährt auf einer belebten Stadtstraße mit Gebäuden an beiden Seiten, während Fußgänger mit Regenschirmen auf dem Gehweg gehen.

Volocopter wechselt CEO – kann Dieter Zetsche die Flugtaxi-Revolution retten?

Volocopter, ein führender Entwickler elektrischer Flugtaxis, steht vor einem bedeutenden Führungswechsel. Im Februar 2023 wird CEO Dirk Hoke sein Amt abgeben; seine Nachfolge tritt der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche an. Das Unternehmen sieht sich weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert – darunter hohe Kosten und regulatorische Hürden –, während es darauf hinarbeitet, seine Dienste bis 2025 zu starten.

Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Volocopter einen vielbeachteten Auftritt bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris anstrebt. Das Unternehmen möchte seine elektrischen Flugtaxis präsentieren, um damit einen Beitrag zur Reduzierung der Emissionen im Luftverkehr zu leisten. Eine Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) kommt jedoch zu dem Schluss, dass Flugtaxis nur begrenzt Vorteile bei der Verringerung des CO₂-Ausstoßes im Verkehrssektor bieten. Zwar stoßen sie weniger Kohlendioxid aus als Benzinautos, doch im Vergleich zu Elektrofahrzeugen auf der Straße ist ihr Ausstoß höher.

Eine zentrale Hürde bleibt die Zulassung. Weder Volocopter noch der Konkurrent Lilium haben bisher von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) eine Musterzulassung für Passagierflüge erhalten – ohne diese kann der kommerzielle Betrieb nicht aufgenommen werden.

Auch die Kosten stellen ein Hindernis dar. Bei der geplanten Markteinführung 2025 sollen Volocopters Flugtaxis voraussichtlich etwa fünf Euro pro Kilometer kosten – deutlich teurer als herkömmliche Transportmittel. Trotz dieser Nachteile erkennen einige Organisationen Potenzial in der Technologie. So hat der deutsche ADAC-Luftrettungsdienst Interesse bekundet, sie für Notfall-Einsätze in der medizinischen Versorgung zu nutzen.

Die Zukunft der urbanen Luftmobilität (Urban Air Mobility, UAM) wird unterschiedlich bewertet. Zwar könnte sie den Zugang zu abgelegenen Gebieten verbessern und Notfallreaktionen beschleunigen, doch bleiben Bedenken hinsichtlich Lärmbelastung und der optischen Beeinträchtigung durch erhöhten Luftverkehr bestehen. Die ZEW-Studie betont zudem, dass der hohe Energieverbrauch der UAM ihre Rolle bei der Dekarbonisierung des Verkehrssektors einschränkt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Führungswechsel bei Volocopter fällt in eine entscheidende Phase für die Branche der Flugtaxis. Zwar plant das Unternehmen, 2025 den Betrieb aufzunehmen, doch hohe Kosten, regulatorische Verzögerungen und ökologische Abwägungen harren noch der Lösung. Vorerst könnten die praktischsten Anwendungen der Technologie in Nischenbereichen wie dem Rettungsdienst liegen – und weniger im Massenverkehr.

Quelle