Wie Wälder als natürliche Wasserspeicher Extremwetter abwehren sollen
Ludger RörrichtWie Wälder als natürliche Wasserspeicher Extremwetter abwehren sollen
Wälder spielen eine entscheidende Rolle für die Wasserversorgung und den Schutz vor Extremwetter
Sie wirken wie natürliche Schwämme: Sie nehmen Regen auf und geben das Wasser langsam wieder ab, um Überschwemmungen zu verhindern. Nun testen neue Pilotprojekte in Baden-Württemberg Methoden, um diesen Prozess noch weiter zu optimieren.
Das Forstliche Forschungsinstitut Baden-Württemberg leitet die Initiativen und untersucht, wie verschiedene Waldtypen Wasser besser speichern und über längere Zeiträume gezielt abgeben können.
Waldböden funktionieren wie riesige Schwämme: Sie saugen Niederschläge auf und lassen das Wasser allmählich durch die Erdschichten sickern, bis es als sauberes Grundwasser austritt. Diese langsame Freisetzung verhindert plötzlichen Oberflächenabfluss und verringert so das Risiko von Sturzfluten in benachbarten Städten und Dörfern.
Mischwälder mit ihrer Artenvielfalt sind besonders effektiv. Sie regulieren den Wasserhaushalt besser als Monokulturen. Laubbäume etwa lassen im Winter, wenn sie ihr Laub abwerfen, mehr Regen und Schnee bis zum Boden durchdringen. Das erhöht die Grundwasserneubildung in trockeneren Monaten.
Die Pilotprojekte erproben praktische Lösungen, um Wasser länger im Wald zu halten. Eine Methode sieht vor, Wasserquerungen entlang von Forstwegen umzugestalten, um den Abfluss zu verlangsamen. Eine andere konzentriert sich auf die Renaturierung natürlicher Wasserläufe innerhalb der Wälder. Zudem analysieren Forscher:innen, wie unterschiedliche Waldstrukturen die Wasserspeicherung und -abgabe beeinflussen.
Doch Wälder leisten noch mehr: Sie tragen zur lokalen Klimaregulation bei, kühlen die Luft, fördern die Wolkenbildung und wirken sogar auf Niederschlagsmuster ein. Angesichts häufigerer Dürren und Starkregenereignisse wird die Umwandlung von Wäldern in klimaresiliente Mischbestände immer wichtiger.
Das Ziel ist klar: Die Wasserableitung optimieren, Oberflächenabfluss effizient speichern und die Schutzwirkung der Wälder gegen Extremwetter stärken.
Die Erkenntnisse aus den Projekten könnten die künftige Forstwirtschaft in ganz Deutschland prägen. Durch bessere Wasserrückhaltung und verlangsamten Abfluss können Wälder Überschwemmungen und Dürren wirksamer abgefedern. Die Forschung unterstreicht zudem, wie entscheidend vielfältige, gesunde Wälder für die langfristige Wassersicherheit sind.






