Zugbegleiterin nach Fahrpreishinterziehung brutal angegriffen – Bundespolizei ermittelt
Gabor HethurNach Ticket-Kontrolle: Fahrgast greift Schaffner an - Zugbegleiterin nach Fahrpreishinterziehung brutal angegriffen – Bundespolizei ermittelt
Ein 21-jähriger Mann wird beschuldigt, eine Zugbegleiterin angegriffen zu haben, nachdem er ohne gültiges Ticket erwischt worden war. Der Vorfall, der nun von der Bundespolizei Berlin untersucht wird, hat die Sorgen über die zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr erneut entfacht.
Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, verurteilte den Angriff scharf und forderte dringende Maßnahmen, darunter einen Sicherheitgipfel in Berlin und besseren Schutz für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Auseinandersetzung begann, als die 42-jährige Zugbegleiterin dem Mann wegen Fahrpreishinterziehung ein sofort fälliges Bußgeld auferlegte. Der Beschuldigte soll daraufhin aggressiv geworden sein, ihr auf das Bein gespuckt und versucht haben, sie mit einer Flasche zu schlagen, bevor er floh.
Die Bundespolizei stuft den Fall als versuchten schweren Angriff ein. Der Vorfall reiht sich in eine Serie zunehmender Gewalt gegen Verkehrsmitarbeiter ein, darunter der tödliche Angriff auf Serkan C. in der Nähe von Kaiserslautern im Jahr 2026.
Justizministerin Stefanie Hubig schlug als Reaktion vor, den rechtlichen Schutz für besonders gefährdete Gruppen wie Zugpersonal zu stärken. Sie wies darauf hin, dass die bestehenden Gesetze bereits harte Strafen vorsehen. Innenminister Alexander Dobrindt forderte hingegen verschärfte Urteile und argumentierte, die aktuellen Maßnahmen seien unzureichend.
Palla schlug Sofortmaßnahmen vor, darunter Deeskalationstrainings, Körperkameras für das Personal und einen Sicherheitgipfel in Berlin. Sie warnte, dass die Angriffe auf Beschäftigte im öffentlichen Dienst ein inakzeptables Ausmaß erreicht hätten.
Die Ermittlungen der Bundespolizei dauern an; es werden weiterhin Beweise gesichert. Bei einer Verurteilung drohen dem Beschuldigten schwere Strafen wegen versuchten schweren Angriffs.
Der Fall hat Forderungen nach umfassenderen Reformen ausgelöst, darunter gesetzliche Änderungen und verbesserte Sicherheitsvorkehrungen für Mitarbeiter im Verkehrssektor.