Zukunft der EU-Agrarpolitik: Streit um Direktzahlungen und Bürokratieabbau auf der AMK
Gabor HethurZukunft der EU-Agrarpolitik: Streit um Direktzahlungen und Bürokratieabbau auf der AMK
Bundes- und Landesagrarminister trafen sich in Heidelberg zur Herbst-Agrarministerkonferenz (AMK). Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU nach 2027, wobei vor allem Finanzierung, Bürokratieabbau und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft diskutiert wurden.
Ein zentraler Streitpunkt war der Vorschlag der EU-Kommission vom Juli 2025, Direktzahlungen an Landwirte zu deckeln und schrittweise zu kürzen. Dem Plan zufolge sollen Zahlungen pro Hektar für Beträge über 20.000 Euro reduziert werden – eine Maßnahme, die auf starken Widerstand der Mitgliedstaaten und Abgeordneter stößt. Die Verhandlungen über die nächste Phase der GAP, die 2028 beginnen soll, haben bereits erste Konflikte ausgelöst.
Die Minister forderten zudem schnellere Zulassungsverfahren und eine bessere Harmonisierung von Pflanzenschutzmitteln in Europa. Die Vereinfachung von Vorschriften war ein wiederkehrendes Thema, wobei weniger Bürokratie in Landwirtschaft und Forstwirtschaft angemahnt wurde. Auch die Wiederaufbauverordnung und ihre Auswirkungen auf Ackerflächen und Waldgebiete wurden erörtert.
Nachhaltigkeit und nationale Agrarstrategien standen ebenfalls im Fokus. Die Runde befasste sich mit dem Tierhaltungskennzeichnungsgesetz und Möglichkeiten, EU-Agrarsubventionen planbarer zu gestalten. Ein weiterer Vorschlag sah vor, die GAP in einen umfassenderen Mischfonds zu integrieren – die Details sind jedoch noch in der Prüfung.
Die Konferenz machte die anhaltenden Spannungen um das künftige Finanzierungsmodell der GAP deutlich. Die Minister betonten die Notwendigkeit einfacherer Regeln und stabiler finanzieller Unterstützung für Landwirte. Die Gespräche in Heidelberg bildeten den Auftakt für weitere Verhandlungen zur EU-Agrarpolitik in den kommenden Monaten.






