20.000 Euro für einen verschrotteten Mercedes? Streit um Oldtimer eskaliert vor Gericht
Gabor Hethur20.000 Euro für einen verschrotteten Mercedes? Streit um Oldtimer eskaliert vor Gericht
In Stuttgart entbrennt ein Rechtsstreit, nachdem der klassische Mercedes SL 280 von Andreas Weber abgeschleppt, als wirtschaftlicher Totalschaden eingestuft und später verschrottet wurde. Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Entschädigungsfrage: Weber fordert 20.000 Euro, während die Stadt Sindelfingen lediglich 7.000 Euro anbietet.
Der Vorfall nahm im Herbst 2024 seinen Lauf, als Webers Auto von einem öffentlichen Parkplatz in Sindelfingen entfernt wurde. Die Behörden stuften es als wirtschaftlichen Totalschaden ein – gestützt auf ein DEKRA-Gutachten, dem zufolge die Reparaturkosten 71 Prozent des Marktwerts überstiegen. Weber widersprach dieser Einschätzung und verwies auf ein unabhängiges Gutachten, das nur geringfügige Mängel feststellte.
Wenige Wochen später wurde das Auto verschrottet, ohne dass Weber eine offizielle Bestätigung erhielt. Er vermutet, dass zuvor noch Teile wie Rückleuchten und Spiegel ausgebaut wurden, bevor das Fahrzeug gepresst wurde. Bis dahin hatten sich bereits Lagerkosten auf dem Abschlepphof auf rund 1.000 Euro summiert.
Der Fall liegt nun beim Landgericht Stuttgart. Der ADAC, Deutschlands größter Automobilclub, betont, dass Abschlepp- und Verschrottungsverfahren verhältnismäßig bleiben und die Kosten angemessen sein müssen.
Das Gericht wird nun entscheiden, ob Webers Forderung von 20.000 Euro berechtigt ist oder ob das Angebot der Stadt über 7.000 Euro Bestand hat. Die Entscheidung könnte auch klären, ob bei der Einstufung als Totalschaden und der anschließenden Entsorgung des Wagens die korrekten Verfahren eingehalten wurden.






