07 February 2026, 19:22

230 Millionen Frauen leiden unter weiblicher Genitalverstümmelung – trotz weltweiter Verbote

Eine Europakarte mit verschiedenen Farben, die den Geschlechtergleichheitsindex für 2017 anzeigen, begleitet von Text auf der linken Seite, der "Gender Equality Index 2017 Health Overview" lautet.

230 Millionen Frauen leiden unter weiblicher Genitalverstümmelung – trotz weltweiter Verbote

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C) bleibt weltweit verbreitet – doch oft unsichtbar

Neue Daten der Vereinten Nationen zeigen, dass 230 Millionen Frauen und Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind – in 94 Ländern wurden Fälle dokumentiert. Trotz gesetzlicher Verbote in vielen Regionen hält die Praxis an und setzt jährlich Millionen weitere Mädchen der Gefahr aus.

Bei FGM handelt es sich um die teilweise oder vollständige Entfernung der äußeren weiblichen Genitalien oder andere Verletzungen der Genitalorgane aus nicht-medizinischen Gründen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Praxis als Form geschlechtsspezifischer Gewalt ein, die tief in soziokulturellen Normen verwurzelt ist. Traditionell wurden die Eingriffe oft von älteren Frauen oder Hebammen mit unsterilisierten Werkzeugen durchgeführt – meist ohne Betäubung oder Desinfektion.

Die Verbreitung variiert stark je nach Region. In Somalia sind über 90 Prozent der Frauen von FGM betroffen, während sie im Irak auf bestimmte Gebiete beschränkt bleibt. Die meisten Fälle treten vor dem 15. Lebensjahr auf, manche Frauen werden jedoch erst vor der Heirat oder einer Geburt verstümmelt. Ein WHO-Bericht von 2020 zeigte zudem, dass jede vierte FGM von medizinischem Fachpersonal durchgeführt wird – die Praxis verlagert sich damit zunehmend in klinische Settings.

Weltweit ist FGM vor allem in Teilen Afrikas, Asiens und des Nahen Ostens verbreitet. Zwar haben viele Länder den Eingriff verboten, doch die Umsetzung der Gesetze bleibt lückenhaft. Rechtliche Verbote existieren zwar, doch in einigen Gemeinschaften hält die Tradition an.

Die aktuellen Zahlen bestätigen die anhaltende Verbreitung: 230 Millionen Betroffene in 94 Ländern. Gesetzliche Verbote allein reichen nicht aus, um die Praxis zu stoppen – jährlich sind Millionen Mädchen weiter gefährdet. Um FGM zu beenden, braucht es strengere Kontrollen, Aufklärung und die Einbindung der Gemeinschaften, um künftige Generationen zu schützen.