Abschied von der az: Letzte Printausgabe markiert das Ende einer Ära
Ludger RörrichtAbschied von der az: Letzte Printausgabe markiert das Ende einer Ära
Die Berliner faz beendet eine Ära: Am Freitag erschien die letzte werktägliche Printausgabe der az. In der Redaktion im Kreuzberger Hauptsitz wurde der Meilenstein mit einer Abschiedsfeier namens "Seitenwende" – ein Wortspiel für den Seitenumbruch – gefeiert, zu der Mitarbeiter:innen, Politiker:innen und Gäste geladen waren.
Mit Blitzlichtgewitter und der Musik von Ton Steine Scherben begann der Abend, als die ersten Gäste eintrafen. Drinnen sorgte eine explodierende Popcornmaschine für Aufruhr und klemmte drei Praktikant:innen ein. Trotz des Chaos blieb die Stimmung ausgelassen – besonders als die letzten frischen Freitagsexemplare der az eintrafen und damit das Kapitel der werktäglichen Printausgabe offiziell schloss.
Bundestagsvizpräsident Omid Nouripour betrat die Bühne und erinnerte daran, dass die az seit 1982 mindestens 476 Mal in parlamentarischen Debatten erwähnt wurde. Seine Rede rührte einige im Publikum zu Tränen, darunter eine Redakteurin, die weinend zusammenbrach. Auch Wolfgang Schmidt, ehemaliger Kanzleramtschef, war unter den Gästen – hochkarätige Persönlichkeiten wie Robert Habeck, Olaf Scholz oder Angela Merkel ließen sich jedoch nicht blicken.
Die Chefredakteur:innen und Geschäftsführer:innen beschrieben den Moment als surreal, eine Mischung aus Erleichterung, Erschöpfung und Stolz. Warum der vollständige Umstieg auf Digital stattfindet, blieb jedoch unerklärt: Im letzten Printheft fehlte eine offizielle Stellungnahme der Redaktion zu den Gründen des Wandels.
Die "Seitenwende"-Feier markierte das Ende der werktäglichen Printgeschichte der az. Ohne weitere geplante Printausgaben geht die Zeitung nun vollständig in ihre digitale Zukunft über. Der Abend spiegelte sowohl die Wehmut über das Vergangene als auch die Ungewissheit wider, was als Nächstes kommt.






