24 February 2026, 01:39

Abschied von Hans-Martin Henning – ein Leben für die Klimaforschung in Deutschland

Ein Diagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Abschied von Hans-Martin Henning – ein Leben für die Klimaforschung in Deutschland

In der Freiburger Konzerthalle fand eine Abschiedsveranstaltung zu Ehren von Hans-Martin Henning statt, einer der prägendsten Persönlichkeiten der deutschen Klimaforschung. Der pensionierte Wissenschaftler verbrachte über drei Jahrzehnte am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und gestaltete dort maßgeblich die Politik sowie die Fortschritte im Bereich erneuerbarer Energien. Mit seinem Ausscheiden endet eine herausragende Karriere, die sowohl die Forschung als auch die Beratung der Regierung umfasste.

Bis August 2023 leitete Henning den Expertenrat der Bundesregierung zu Klimafragen. In dieser Funktion legte er sieben zentrale Schritte vor, mit denen Deutschland Klimaneutralität erreichen kann. Dazu gehörten die Modernisierung des Stromnetzes durch digitale und flexible Systeme, der Ausbau der Wasserstoffnutzung sowie der beschleunigte Ausbau der Kernnetze. Zudem forderte er niedrigere Strompreise, höhere Kosten für fossile Brennstoffe und gezieltere Subventionen, um soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten.

Bei der Abschiedsfeier würdigten Kollegen ihn als einen "herausragenden Wissenschaftler", dessen Ruhestand "wohlverdient" sei. Seit 2017 hatte Henning das größte Institut der Fraunhofer-Gesellschaft gemeinsam mit Andreas Bett geleitet. Seine Arbeit trug dazu bei, dass Deutschland seine Emissionen seit 1990 halbieren konnte – und das bei einem Wirtschaftswachstum, das mit Ländern wie dem Vereinigten Königreich und Dänemark vergleichbar ist.

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Zu seinen Empfehlungen zählte auch die zügige Umsetzung des Net-Zero-Industrie-Gesetzes der EU, auch wenn konkrete Details zur Umsetzung in Deutschland bisher noch ausstehen. Der von der EU-Kommission vorgelegte Vorschlag zielt darauf ab, grüne Technologien zu fördern, doch belastbare Daten zu den Auswirkungen in Deutschland liegen noch nicht vor.

Mit Hennings Ruhestand schließt sich ein Kapitel für einen der einflussreichsten Klimaforscher Deutschlands. Seine Vorschläge – von der Netzmoderneisierung bis zur Bepreisung fossiler Brennstoffe – bieten eine Roadmap für künftige Politiken. Dass es dem Land gelang, die Emissionen zu senken und gleichzeitig Wachstum zu sichern, ist auch das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit von Wissenschaftlern wie ihm.