AfD Baden-Württemberg: Interne Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern die Partei
Hans-Jürgen PeukertAfD Baden-Württemberg: Interne Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern die Partei
Zwei interne Beschwerdebriefe haben die Führung der AfD in Baden-Württemberg erschüttert. Die an die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla gerichteten Schreiben legen tiefe Gräben innerhalb der Partei offen. Ein Brief stammt von einem langjährigen Abgeordneten, der andere wurde von erfahrenen Mitgliedern aus zwei Kreisverbänden unterzeichnet.
Die Kritik folgt auf die Wiederwahl des Landesvorsitzenden Markus Frohnmaier, der mit über 91 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis eines AfD-Landeschefs in der Region erzielte.
Der ausscheidende AfD-Abgeordnete Rüdiger Klos, ein Gründungsmitglied des Landesverbands, verfasste einen der Briefe. Darin wirft er der Landesführung vor, durch Ausschlussverfahren Kritiker zum Schweigen zu bringen. Die Methoden nennt er „Säuberungen, wie sie an Totalitarismus erinnern“, und „innerparteiliche Manöver im Stil Goebbels’“. Klos warnt zudem, dass unqualifizierte Funktionäre an die Macht gelangen könnten – mit „chaotischen Folgen für Deutschland“.
Ein zweiter Brief, unterzeichnet von langjährigen Mitgliedern zweier Kreisverbände, prangert Machtkonzentration, Vetternwirtschaft und intransparente Finanzgebarung an. Die Gruppe beschreibt einen Wandel „von basisdemokratischen Strukturen zu einer autokratischen Funktionärspartei“, geprägt von „Machtcliquen“ und einer „Kultur der rücksichtslosen Selbstbereicherung“. Sie fordern eine unabhängige Prüfung der Landespartei-Finanzen, einschließlich des umstrittenen Ludwigsburger Erbes.
Trotz der Vorwürfe deutet Frohnmaiers deutliche Wiederwahl auf starke interne Unterstützung hin. Der Spiegel veröffentlichte den Bericht über die Briefe und rückt die innerparteilichen Konflikte damit in den öffentlichen Fokus.
Die Schreiben offenbaren die wachsenden Spannungen zwischen AfD-Mitgliedern und der Landesführung in Baden-Württemberg. Forderungen nach Transparenz und Rechenschaftspflicht prallen auf Frohnmaiers Rekord-Wiederwahl. Der Streit wirft Fragen über die Zukunft der Partei auf, die sich sowohl mit internem Widerstand als auch mit externer Kritik konfrontiert sieht.






