Baden-Württemberg führt scharfe Regeln gegen Lebensmittelverschwendung in Kantinen ein
Ludger RörrichtBaden-Württemberg führt scharfe Regeln gegen Lebensmittelverschwendung in Kantinen ein
Baden-Württemberg kämpft gegen Lebensmittelverschwendung: Neue Richtlinien für Kantinen
Jährlich landet in Deutschland mehr als zehn Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Ein beträchtlicher Anteil – fast 20 Prozent – entsteht in Kantinen, Restaurants und der Gemeinschaftsverpflegung. Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat die Landesregierung von Baden-Württemberg neue Leitlinien für Kantinenbetreiber eingeführt, die die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren sollen.
Die entsprechende Verwaltungsvorschrift, die bereits im vergangenen Jahr in Kraft trat, legt klare Regeln zur Abfallvermeidung in der Gemeinschaftsgastronomie fest. Im Rahmen dieser Initiative organisiert das Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg (LEBW) jährlich "Abfallmesswochen". Rund 40 Betreiber von Kantinen und Verpflegungsdienstleistern erfassen dabei an zwei separaten Zeitpunkten im Jahr ihre Lebensmittelabfälle.
Eine Vorreiterrolle in diesem Projekt übernimmt der Reinigungstechnik-Hersteller Kärcher. Dessen Kantinen waren die ersten, die das EU-Gütesiegel "GreenCanteen" erhielten – und das gleich viermal. Doch Kärcher geht noch weiter: Das Unternehmen beteiligt sich am Projekt "Bio gemeinsam", mit dem Ziel, mindestens 30 Prozent der Zutaten von regionalen Bio-Lieferanten zu beziehen.
Zudem hat Kärcher die nationale Erklärung zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung unterzeichnet und misst regelmäßig seine eigenen Abfallmengen. Nachhaltigkeit ist für das Unternehmen ein zentraler Wert – ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen gilt als fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie.
Die neuen Richtlinien bieten Kantinenbetreibern eine strukturierte Herangehensweise, um Lebensmittelabfälle zu minimieren. Kärchers Engagement – durch Abfallmonitoring, Bio-Bezug und EU-Zertifizierung – zeigt, wie Unternehmen diese Maßnahmen umsetzen können. Zwar sind die genauen Teilnehmerzahlen nicht öffentlich, doch die Landesinitiative stößt weiterhin auf breite Resonanz und soll in ganz Baden-Württemberg Schule machen.
Neue Ziele für Bio- und nachhaltige Ernährung in den Kantinen von Baden-Württemberg gesetzt
Die Kantinenverordnung von Baden-Württemberg für das Jahr 2024 schreibt nun strenge Nachhaltigkeitsziele vor. Wichtige Änderungen sind:
- 40% der Lebensmittel in den Kantinen des Landes müssen bis 2030 aus Bio-Landwirtschaft stammen.
- 75% der Zutaten müssen aus transparenten, nachhaltigen Lieferketten kommen.
- Es wird finanzielle Unterstützung bereitgestellt, um den Betreibern die Einhaltung dieser Ziele zu erleichtern.