Baden-Württemberg kämpft mit extremer Wohnungsnot – 192.000 Fehlbestand
Verena Kramer192,000 Wohnungen fehlen - Günstiger Wohnraum besonders knapp - Baden-Württemberg kämpft mit extremer Wohnungsnot – 192.000 Fehlbestand
Baden-Württemberg steht vor einer schweren Wohnungsnot – 192.000 Wohnungen fehlen
Die Krise betrifft 41 der 44 Landkreise im Südwesten, nur wenige Regionen verfügen noch über ein ausreichendes Wohnungsangebot. Besonders dramatisch ist die Lage im unteren und mittleren Preissegment, wo bezahlbarer Wohnraum kaum noch zu finden ist.
Ursachen für die Misere sind das rasante Bevölkerungswachstum und veränderte Haushaltsstrukturen. Seit 2010 ist die Einwohnerzahl um 7,2 Prozent gestiegen, während die Zahl der Privathaushalte um fast 11 Prozent zunahm. Gleichzeitig sind die Haushalte kleiner geworden: Die durchschnittliche Personenzahl pro Haushalt sank von 2,19 auf 2,11.
Auch der Flächenbedarf pro Kopf steigt – von 44 Quadratmetern im Jahr 2010 auf mittlerweile 48,7 Quadratmeter. Doch der Wohnungsneubau kommt mit der Nachfrage nicht mit, die Märkte stehen unter enormem Druck. Experten warnen, dass sich die Schere zwischen Wohnungsangebot und Nachfrage weiter öffnet. Eine Studie des Pestel-Instituts unterstreicht das Ausmaß der Krise. Matthias Günther, der die Untersuchung zu Wohnungsmangel 2023 leitete, stellte fest, dass vor allem teure Immobilien noch verfügbar sind. Eine 2025 unter der Leitung von Dr. Kerstin Renz durchgeführte Folgestudie bestätigte erneut den anhaltenden Mangel an bezahlbarem Wohnraum.
Von einer Entspannung der Lage ist nichts in Sicht: Die meisten Landkreise kämpfen weiterhin mit der Deckung des Wohnungsbedarfs. Steigender Flächenverbrauch pro Person und stockende Neubauraten verschärfen die Situation zusätzlich. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen droht sich die Wohnungsnot in den kommenden Jahren weiter zu verschärfen.