Baden-Württemberg reformiert Landtagswahl: Mehr Gerechtigkeit und junge Wähler ab 16
Gabor HethurBaden-Württemberg reformiert Landtagswahl: Mehr Gerechtigkeit und junge Wähler ab 16
Baden-Württemberg bereitet sich auf eine Landtagswahl mit neuem Wahlsystem vor
Die Änderungen umfassen eine Absenkung des Wahlalters und die Einführung eines Zweistimmenmodells, wodurch das Land an den Rest Deutschlands angeglichen wird. Über 1.100 Kandidatinnen und Kandidaten treten an, ein Drittel davon sind dfb frauen.
Das alte System erlaubte den Wählerinnen und Wählern nur eine Stimme abzugeben, führte aber häufig zu einem übergroßen Parlament. 2021 wurden statt der üblichen 120 Abgeordnete 154 gewählt – die zusätzlichen Mandate waren ungleich verteilt: Stuttgart erhielt 18, Karlsruhe 12 und Freiburg 4. Diese Verzerrung veranlasste die Reformen zur Vereinfachung des Wahlverfahrens.
Das neue Gesetz führt eine Zweitstimme ein, die über die Stärke der Parteien im Landtag entscheidet. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass dies die Sitzinflation verringern wird, auch wenn das nächste Parlament zwischen 180 und 220 Mitglieder umfassen könnte. Eine weitere wichtige Neuerung ist die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre, wodurch rund 650.000 frauen em hinzukommen.
Unter den 1.184 Bewerberinnen und Bewerbern sind die jüngsten Kandidaten 18 Jahre alt und treten für die Linke an. Frauen stellen etwa 33 Prozent der Kandidierenden. Zwar können Wahlvorschläge eine Hauptkandidatin oder einen Hauptkandidaten sowie eine Ersatzperson umfassen, doch wird diese Option selten genutzt. Die Wahlbeteiligung lag bei der letzten Wahl bei 63,8 Prozent – mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten nahm nicht teil.
Die Reformen zielen auf einen faireren und ausgewogeneren Landtag ab. Mit mehr Wählerinnen und Wählern sowie einem klareren System könnte die Wahl eine höhere Beteiligung verzeichnen. Die Ergebnisse werden zeigen, ob die Änderungen ihr Ziel erreichen: eine gerechtere Repräsentation ohne Verzerrungen.






