26 December 2025, 17:58

Baden-Württemberg revolutioniert Verkehrsplanung mit digitalem Landesmodell LVM-BW

Ein roter Doppeldeckerbus mit der Aufschrift "Stadtbus" fährt auf einer Straße mit einer Verkehrsinsel und einem Hügel im Hintergrund.

Baden-Württemberg revolutioniert Verkehrsplanung mit digitalem Landesmodell LVM-BW

Baden-Württemberg hat sein erstes landesweites digitales Verkehrsmodell vorgestellt: das LVM-BW. Dieses neue Instrument erfasst alle Verkehrsarten – vom Auto und Bus über Rad- und Fußverkehr bis hin zum Gütertransport – in einem einzigen System. Behörden bewerten es als bedeutenden Fortschritt für die Verkehrsplanung und politische Entscheidungsfindung in der Region.

Das Modell umfasst ein umfangreiches Netz mit über 890.000 Kilometern Straßen und Radwegen, 60.000 Haltestellen sowie 4,6 Millionen geplanten Servicekilometern. Als Referenzjahr dient 2019, aktuell werden Verkehrsströme bis 2030 prognostiziert, mit der Option, die Vorhersagen bis 2040 auszuweiten. Die Datengrundlage bilden Mobilitätserhebungen, Verkehrszählungen, Fahrpläne des öffentlichen Verkehrs und georäumliche Informationen.

Mit rund 10.000 Verkehrszonen bietet das LVM-BW eine hohe räumliche Präzision. Damit können Planer sowohl große Infrastrukturprojekte als auch lokale Verkehrsherausforderungen analysieren. Das System ist zudem mit den Nachbarbundesländern und internationalen Routen vernetzt, auch wenn konkrete Regionen nicht im Detail aufgeführt werden. Verkehrsminister Winfried Hermann betonte die Bedeutung des Modells für mehr Transparenz in der Mobilitätspolitik. Besonders hob er hervor, dass es Herkunft, räumliche Verteilung und künftige Trends im Verkehr aufzeigt. Kommunen erhalten Ergebnisse in nur drei bis sechs Monaten – deutlich schneller als bei herkömmlichen Methoden – und sparen dabei bis zu 20.000 Euro pro Studie. Das Modell steht allen relevanten Akteuren nach Unterzeichnung einer Nutzungsvereinbarung kostenfrei zur Verfügung. Es bewertet Verkehrsaufkommen, Emissionen, Verkehrsmittelwahl und Erreichbarkeit und schafft so eine einheitliche Datengrundlage für die landesweite Planung. Behörden können damit Maßnahmen im Vorfeld testen und Politiken optimieren, bevor sie umgesetzt werden.

Das LVM-BW ist nun einsatzbereit und für die direkte Anwendung konzipiert. Es bündelt Verkehrsdaten in einem einzigen Rahmen und unterstützt Entscheidungsträger dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen. Durch schnellere Analysen und Kosteneinsparungen sollen sowohl die Landes- als auch die Kommunalplanung profitieren.