Baden-Württemberg testet intelligentes Laden für große Elektro-Lkw-Flotten
Verena KramerBaden-Württemberg testet intelligentes Laden für große Elektro-Lkw-Flotten
Ein neues Projekt in Baden-Württemberg erprobt die Integration großer Elektro-Lkw-Flotten in das lokale Stromnetz. Unter dem Namen FlexCharge BW – NETZlabor E-Lkw werden in der Praxisversuchen mit Logistikunternehmen und Netzbetreibern Lösungen getestet, um Netzanschlüsse zu beschleunigen und das Laden schwerer Elektrofahrzeuge zu optimieren.
An dem Vorhaben beteiligen sich der regionale Netzbetreiber Netze BW sowie die Speditionen Stickel Transport und Logistik Schmitt. Gemeinsam setzen sie 40 batteriebetriebene Lkw und 20 Schnellladestationen für Nutzfahrzeuge ein. Die Feldtests laufen bis Dezember 2026.
Stickel Transport konzentriert sich auf netzreaktives Laden in Kombination mit dynamischen Stromtarifen. Das Unternehmen betreibt bereits zehn E-Lkw, weitere sollen im Laufe dieses Sommers hinzukommen. Logistik Schmitt hingegen erprobt, wie das Laden über mehrere Standorte hinweg gesteuert werden kann, an denen rund 50 Elektro-Lkw im Einsatz sind.
Ein zentrales Element des Projekts ist die Entwicklung dynamischer Ladepläne, die sich in Echtzeit an die lokalen Netzbedingungen anpassen – basierend auf Daten von Netze BW. Ziel ist es, vorübergehend verfügbare Kapazitäten besser zu nutzen, statt auf den Ausbau der Netzinfrastruktur zu warten.
Wie Projektleiterin Kathrin Walz erläutert, soll das Reallabor innovative Methoden testen, um Netzanschlüsse für Großverbraucher zu beschleunigen. Martin Konermann, technischer Geschäftsführer bei Netze BW, ergänzte, dass die Nutzung bestehender Netzflexibilität eine schnellere Lösung biete als der Bau neuer Infrastruktur.
Im Rahmen des Versuchs kommen 20 Schnellladestationen und 40 Elektro-Lkw zum Einsatz, die Ergebnisse werden bis Ende 2026 erwartet. Bei Erfolg könnte der Ansatz Logistikunternehmen helfen, ihre Flotten schneller zu elektrifizieren und gleichzeitig die Belastung der Netze zu verringern. Das Projekt dient zudem als Modell, um hohen Energiebedarf mit lokalen Netzengpässen in Einklang zu bringen.






