01 February 2026, 13:19

Bahnchaos in Baden-Württemberg: Verkehrsminister fordert radikale Reformen von der Deutschen Bahn

Ein altes Buch mit einer detaillierten Zeichnung einer Bahntrasse, umgeben von Text und anderen Illustrationen, bietet einen Überblick über ein Bahnnetz.

Verkehrsminister fordert mehr Zuverlässigkeit von der Bahn - Bahnchaos in Baden-Württemberg: Verkehrsminister fordert radikale Reformen von der Deutschen Bahn

Verkehrsminister von Baden-Württemberg fordert dringende Maßnahmen gegen anhaltendes Bahnchaos

Verkehrsminister Winfried Hermann hat dringendes Handeln gefordert, um die anhaltenden Störungen im Schienenverkehr zu beheben. Er kritisierte die Deutsche Bahn scharf für ihr Management der Baustellen, die in der gesamten Region zu massiven Verspätungen geführt hätten. Hermann verlangt nun bessere Planung und höhere Investitionen, um weiteres Chaos zu verhindern.

Besonders deutlich wurden die Probleme im Raum Stuttgart, wo das Bauprojekt Stuttgart 21 den Bahnbetrieb stark belastet. Auch auf der Strecke zwischen Stuttgart und Ulm kam es täglich zu Verspätungen wegen laufender Bahnbauarbeiten. Gleichzeitig fiel im September das Stellwerk in Heidelberg gleich dreimal schwerwiegend aus – jedes Mal stand der Zugverkehr stundenlang still, was den Reiseverkehr in der Rhein-Neckar-Region lahmlegte.

Allein in Baden-Württemberg waren zeitweise über 70 große Bahnbaustellen gleichzeitig aktiv, oft schlecht koordiniert und ungünstig getaktet. Hermann machte klar, dass die neue Deutsche-Bahn-Chefin Evelyn Palla nun in der Pflicht stehe, die Zuverlässigkeit des Systems zu verbessern. Das Ministerium erwarte von ihr, die Kundeninteressen in den Vordergrund zu stellen und das Netz zu stabilisieren.

Bundesweit sank die Pünktlichkeit im Regionalverkehr von 90,3 Prozent im Jahr 2024 auf 88,7 Prozent 2025. Auch im Fernverkehr verschlechterte sich die Lage: Die Pünktlichkeitsquote fiel von 89,5 auf 88,0 Prozent. Als Gründe wurden marode Infrastruktur und steigende Verkehrsbelastung genannt. Für 2026 sind Modernisierungsvorhaben geplant, darunter eine 1,2-Millionen-Euro-Aufrüstung der Aufzüge am Bahnhof Pforzheim sowie eine Komplettsanierung der Strecke Hagen–Wuppertal–Köln.

Trotz der Probleme betonte das Ministerium, dass der Betrieb außerhalb der Hauptbrennpunkte nicht ganz so dramatisch sei. Ausnahmen bildeten das defekte Heidelberger Stellwerk und sich überschneidende Streckensperrungen.

Hermanns Forderungen zielen darauf ab, ausreichend Personal und Finanzmittel zu sichern, um künftige Störungen zu vermeiden. Das Ministerium drängt auf eine bessere Abstimmung der Bahnbauarbeiten und klarere Verantwortlichkeiten unter der Führung Pallas. Ohne diese Änderungen drohten weitere Verspätungen und Zusammenbrüche im Fahrplan.