CDU-Politiker Hagel gerät wegen alter sexistischer Äußerungen unter Druck
Verena KramerCDU-Politiker Hagel gerät wegen alter sexistischer Äußerungen unter Druck
Ein im Jahr 2018 aufgetauchtes Video des CDU-Politikers Manuel Hagel hat wegen als sexistisch bewerteter Äußerungen breite Kritik ausgelöst. Der Ausschnitt, den die Grünen-Politikerin Zoe Mayer am 24. Februar 2026 geteilt hatte, zeigt Hagel bei einem Schulbesuch, wo er eine Schülerin namens Eva beschreibt. Innerhalb eines Tages verbreitete sich das Video millionenfach und löste Reaktionen aus dem gesamten politischen Spektrum aus.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die zugleich Vorsitzende der Frauen-Union der CDU ist, sprang Hagel daraufhin zur Seite. Sie argumentierte, die Aufregung könnte eine gezielte Taktik vor den anstehenden Wahlen sein.
In der acht Jahre alten Aufnahme schildert Hagel eine Begegnung mit der Schülerin Eva, die ihm während seines Besuchs an der weiterführenden Schule als Erste eine Frage stellte. Seine Wortwahl im Video stieß auf scharfe Kritik – viele warfen ihm veraltete und sexistische Aussagen vor. Grünen-Chef Felix Banaszak verurteilte die Bemerkungen als Teil einer "alten politischen Kultur", während sein Parteikollege Cem Özdemir zurückhaltender reagierte.
Hagel selbst nahm in einer Stellungnahme zum Shitstorm Stellung und bezeichnete seine Formulierungen als "Fehler". Er räumte ein, dass er sich heute anders ausdrücken würde. Dennoch weckte der Zeitpunkt der erneuten Veröffentlichung des Videos Misstrauen.
Warken, die seit Jahren mit Hagel zusammenarbeitet, beschrieb ihn als verantwortungsbewussten Politiker mit modernen Ansichten zur Gleichberechtigung. Sie deutete an, dass die plötzliche Aufmerksamkeit für den alten Clip eine absichtliche Kampagne sein könnte, um den Wahlkampf zu beeinflussen. Die rasante Verbreitung des Videos und die folgende Debatte hielten das Thema weiterhin in der öffentlichen Diskussion präsent.
Die Kontroverse rückt Hagels frühere Äußerungen kurz vor der Wahlkampfsaison in den Fokus. Seine Fehlererkennung hat die Kritiker nicht vollständig besänftigt, während Verbündete wie Warken weiterhin zu ihm stehen. Der Vorfall fügt der politischen Debatte vor der Abstimmung nun eine weitere Facette hinzu.






