CDU setzt auf Manuel Hagel als jüngsten Ministerpräsidenten Baden-Württembergs
Gabor HethurMerz-Show: Verleiht der Parteitag Hagel den letzten Schub? - CDU setzt auf Manuel Hagel als jüngsten Ministerpräsidenten Baden-Württembergs
Die CDU veranstaltete ihren Bundesparteitag in Stuttgart nur zwei Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026. Die Veranstaltung sollte Einheit und Stärke demonstrieren und dem Spitzenkandidaten Manuel Hagel im Endspurt des Wahlkampfs zusätzlichen Rückenwind geben. Zwar blieb die Tagung ohne größere Eklats, doch räumten Strategen ein, dass jüngste interne Debatten der Partei nicht gerade in die Karten gespielt hätten.
Im Mittelpunkt des Parteitags standen weniger die anstehende Landtagswahl als vielmehr bundespolitische Themen. Der 37-jährige Hagel nutzte seine Eröffnungsrede, um sowohl die Grünen als auch die AfD zu kritisieren – insbesondere deren Positionen in Wirtschaftsfragen und zur EU. Er inszenierte sich als gemäßigter Gegenentwurf und präsentierte seine Partei als "Stimme der Vernunft" zwischen dem, was er als "Radikalismus" der AfD und die "Ideologie" der Grünen bezeichnete.
Bundeskanzler Friedrich Merz sprach Hagel öffentlich seine Unterstützung aus und erklärte ihn zum künftigen Ministerpräsidenten des Südwestens. Mit dieser klaren Ansage sollte Hagels Profil gestärkt und die Parteibasis vor der Wahl beruhigt werden. Trotz interner Kritik – vor allem an Vorstößen des Wirtschaftsflügels der CDU, etwa zur Einschränkung von Teilzeitarbeit oder zur Streichung von Zahnersatzleistungen aus der gesetzlichen Krankenversicherung – verlief der Parteitag weitgehend ohne Störungen.
In den Umfragen der letzten vier Wochen lag die CDU stabil bei 29 Prozent, während die Grünen von 20–21 auf 23–24 Prozent kletterten. Die AfD blieb mit 20–21 Prozent unverändert, die SPD rutschte auf 8–10 Prozent ab. Die Linke und die FDP kamen auf 7 bzw. 5 Prozent. Strategen wiegelten Bedenken ab und argumentierten, dass mögliche negative Folgen der jüngsten Debatten schnell verpuffen und der CDU keinen dauerhaften Schaden zufügen würden.
Hagel geht nun mit dem vollen Rückhalt der Partei in die heiße Phase des Wahlkampfs. Die CDU hofft, dass die auf dem Parteitag gezeigte Geschlossenheit seinem Vorhaben zum Erfolg verhilft, als jüngster Ministerpräsident in der Geschichte Baden-Württembergs ins Amt zu kommen. Die Wahl wird zeigen, ob die Strategie aufgegangen ist – und ob es gelingt, die jüngsten Zugewinne der Grünen und die konstante Unterstützung der AfD einzudämmen.






