Das Ende einer Ära: Deutschlands ältester Regionalfernsehsender RNF stellt Betrieb ein
Hans-Jürgen PeukertDas Ende einer Ära: Deutschlands ältester Regionalfernsehsender RNF stellt Betrieb ein
Rhein-Neckar Fernsehen (RNF), Deutschlands ältester privater Regionalfernsehsender, stellt nach 39 Jahren endgültig den Betrieb ein. Der Sender musste kurz vor Weihnachten aufgrund anhaltender finanzieller Probleme den Sendebetrieb einstellen. Rettungsversuche im Rahmen des Insolvenzverfahrens scheiterten schließlich.
Jahre lang hatte RNF mit steigenden Produktionskosten, sinkenden Werbeeinnahmen und wachsender Konkurrenz durch digitale Plattformen zu kämpfen. Die Lage verschärfte sich im November durch den Tod des geschäftsführenden Gesellschafters Joachim Schulz. Im Dezember war der Sender nicht mehr in der Lage, den Betrieb aufrechtzuerhalten, und stellte sämtliche Programme ein.
Der Insolvenzverwalter Wahl versuchte während des vorläufigen Verfahrens, einen neuen Investor zu finden. Doch eine tragfähige Lösung blieb aus, sodass dem Sender keine wirtschaftliche Perspektive mehr blieb. In der Folge wurden alle 15 Mitarbeiter von ihren Pflichten freigestellt, und Gläubiger können nun Forderungen gegen die Insolvenzmasse anmelden.
Der 1984 gegründete Sender hätte in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feiern sollen. Über Jahrzehnte hinweg baute RNF durch lokale Berichterstattung eine treue Zuschauerschaft auf und schuf eine starke emotionale Bindung zu den Zuschauerinnen und Zuschauern. Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg würdigte RNF als Pionier der Regionalmedien, auch wenn andere Anbieter wie MRN-News weiterhin über lokale Ereignisse wie Brände, Unfälle und Stromausfälle in der Rhein-Neckar-Region berichten.
Die Schließung von RNF verringert die Medienvielfalt in den Bundesländern und lässt nur noch wenige private Sender in der Region übrig. Zwar bleibt die lokale Nachrichtenabdeckung durch die verbleibenden Anbieter bestehen, doch das Ende von Deutschlands ältestem privaten Regionalfernsehsender markiert für die Zuschauer das Aus einer Ära. Im weiteren Insolvenzverfahren geht es nun um die Begleichung ausstehender finanzieller Forderungen.