DGB-Chefin Fahimi warnt vor tiefer Wirtschaftskrise nach Jahren der Stagnation
Verena KramerDGB-Chefin Fahimi warnt vor tiefer Wirtschaftskrise nach Jahren der Stagnation
Yasmin Fahimi, die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der größten Gewerkschaft Deutschlands, hat vor einer sich verschärfenden Wirtschaftskrise gewarnt. Sie bezeichnete die Lage des Landes als kritisch – nach sechs Jahren der Stagnation. Ihre Äußerungen fielen zusammen mit Forderungen nach einer stärkeren Industriepolitik und einer klareren Zusammenarbeit mit der Regierung.
Fahimi betonte, dass die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands schwerwiegend seien. Sie verwies auf Jahre schwachen Wachstums und steigende Lebenshaltungskosten für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, darunter höhere Mieten, Energiekosten und Lebensmittelpreise. Ihre Aufgabe, so Fahimi, sei es, diejenigen zu vertreten, die unter finanziellen Druck geraten seien.
Sie lehnte den Vorschlag ab, neue koalitionsähnliche Gespräche mit der Regierung zu führen. Stattdessen bestand sie auf eine klare Trennung der Verantwortungsbereiche zwischen Gewerkschaften und Politik. Zwar zeigte sie sich offen für die Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden, machte aber deutlich, dass Gewerkschaften keine Regierungsaufgaben übernehmen könnten.
In der Industriepolitik kritisierte Fahimi unklare Ausgaben und pauschale Kürzungen bei Subventionen. Sie plädierte für gezielte Investitionen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken – insbesondere im Vergleich zu Konkurrenten wie China und den USA. Ein fairer „Wettbewerb auf Augenhöhe“ existiere in der globalen Industriekonkurrenz nicht mehr, so Fahimi.
Auch Vorschläge zur Reform der Arbeitszeiten wies sie zurück. Stattdessen sollten die Weiterqualifizierung von Beschäftigten und die bessere Einbindung von Frauen in den Arbeitsmarkt Vorrang haben, argumentierte sie.
Fahimis Aussagen unterstreichen die Dringlichkeit der wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands. Sie fordert eine zielgerichtete Industriepolitik und stärkere Arbeitnehmerrechte. Die Gewerkschaftschefin setzt damit klare Grenzen für die Zusammenarbeit mit der Regierung, verlangt aber gleichzeitig Maßnahmen für Wachstum und Lebensstandards.






