09 June 2026, 10:29

EU-Gehaltsrichtlinie löst Bürokratie-Debatte in Deutschland aus

Chefin der Mittelstandsunion Connemann: EU-Verordnung zur Gehaltstransparenz bringt 'absurde Bürokratie' für Unternehmen

EU-Gehaltsrichtlinie löst Bürokratie-Debatte in Deutschland aus

Die neue EU-Richtlinie zur Gehaltstransparenz stößt bei deutschen Politikern auf scharfe Kritik. Die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann bezeichnete sie als Musterbeispiel für europäische Überregulierung. Sie warnte, die Vorschriften würden Unternehmen unter unnötigem Papierkram und zusätzlichen Kosten begraben.

Laut der Richtlinie müssen Firmen mit 100 oder mehr Beschäftigten regelmäßig Gehaltsberichte vorlegen. Doch selbst kleinere Betriebe wären betroffen: Ein Bäcker mit nur acht Mitarbeitenden müsste etwa nicht nur Löhne, sondern auch Leistungen wie Dienstfahrräder, Reisekostenzuschüsse oder Boni erfassen, um die Transparenzregeln einzuhalten.

Connemann argumentiert, die Richtlinie bringe keinen echten Mehrwert. Stattdessen erzeuge sie eine „Bürokratie-Flutwelle“ für Unternehmen, die bereits unter hohem Verwaltungsaufwand ächzten. Besonders kleine und mittlere Betriebe hätten mit Zusatzarbeit zu kämpfen – etwa bei der Beantwortung individueller Gehaltsanfragen oder der Sicherstellung vergleichbarer Vergütungen.

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Deutschland verfüge bereits über Gesetze, die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit garantierten, betonte Connemann. Zudem verwies sie auf den Draghi-Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit, der statt weiterer Regulierung mehr Fokus auf Wachstum und Wertschöpfung fordere.

Die Richtlinie würde Unternehmen jeder Größe verpflichten, detaillierte Gehaltsdaten zu erfassen und offenzulegen. Kritiker monieren, dies treibe die Kosten in die Höhe, ohne die Fairness zu verbessern. Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen EU-weiten Standards und der Sorge vor übermäßiger Bürokratie für die Wirtschaft.

Quelle