30 December 2025, 19:20

FDP nach Wissings Austritt: Kampf um Comeback in Baden-Württemberg beginnt

Eine Gruppe von Menschen auf einer Party, einige sitzen an einem Tisch und andere stehen.

FDP nach Wissings Austritt: Kampf um Comeback in Baden-Württemberg beginnt

Die Freie Demokratische Partei (FDP) steht vor einem drastischen Rückgang in der bundesweiten Unterstützung: Umfragen zeigen unter dem Vorsitz von Christian Dürr nur noch drei bis vier Prozent. Der ehemalige Generalsekretär Volker Wissing hat die Partei nun verlassen – nach dem Scheitern der Ampelkoalition. Sein Austritt folgt auf eine Phase interner Kritik an der inhaltlichen Neuausrichtung der Liberalen.

Wissing hatte bis zur Ankündigung der Neuwahlen zum Bundestag als parteiloser Minister in der Bundesregierung amtiert. Die aktuellen Schwierigkeiten der FDP führte er auf deren Kurswechsel hin zu einer stärker libertären Ausrichtung zurück, der es an breiter gesellschaftlicher Akzeptanz mangele. Sein Vorwurf: Die Partei habe während der Ampelkoalition ihre konstruktiven Leitlinien aufgegeben und sich damit selbst in die heutige Schwächeposition manövriert.

Bei der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar verfehlte die FDP die Fünf-Prozent-Hürde und zog nicht ins Parlament ein. Wissing stuft die Chancen auf eine Rückkehr der Liberalen in den Bundestag mittlerweile als äußerst gering ein. Doch in den anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg sieht die Partei noch eine Möglichkeit zum Comeback.

Den Wahlkampf für die Regionalwahl wird die FDP beim Dreikönigstreffen am 6. Januar in Stuttgart eröffnen. In der Hauptstadt führt seit dem Landesparteitag am 22. Juni 2024 der neu gewählte Berliner FDP-Vorsitzende Christoph Meyer die Geschicke der Partei. Während die bundespolitischen Aussichten düster bleiben, konzentriert sich die FDP nun auf die Rückeroberung von Einfluss in den Ländern.

Angesichts schwindender nationaler Unterstützung setzt die Partei ihre Hoffnungen auf die Wahl in Baden-Württemberg. Der Auftakt der Kampagne in Stuttgart markiert einen entscheidenden Moment im Bemühen um den Neuaufbau. Gleichzeitig unterstreichen Wissings Abgang und seine Kritik die tiefgreifenden Spannungen über die künftige Ausrichtung der FDP.