Frauenanteil im Stuttgarter Landtag steigt auf 33,8 Prozent nach Wahlrechtsreform
Ludger RörrichtSo viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten - Frauenanteil im Stuttgarter Landtag steigt auf 33,8 Prozent nach Wahlrechtsreform
Baden-Württembergs jüngste Landtagswahl bringt leichten Anstieg des Frauenanteils
Bei der letzten Landtagswahl in Baden-Württemberg ist der Anteil weiblicher Abgeordneter leicht gestiegen. Frauen stellen nun 33,8 Prozent der Sitze im neuen Parlament – ein Zuwachs gegenüber der vorherigen Legislaturperiode. Die Steigerung folgt auf eine Reform, die die Geschlechterbalance in einem Bundesland fördern soll, das einst für den niedrigsten Frauenanteil in einem deutschen Landesparlament bekannt war.
Vor der Wahl lag Baden-Württemberg bei der Repräsentation von Politikerinnen unter allen Bundesländern auf dem letzten Platz. Die Wahlrechtsreform verlegte die Kandidatennominierung von lokalen Gliederungen auf die Landesverbände der Parteien. Diese Änderung sollte Frauen bessere Chancen verschaffen, auf aussichtsreichen Listenplätzen platziert zu werden.
Unter dem alten System bevorzugten lokale Wahlkreise oft langjährige männliche Kandidaten. Die neuen Regeln verpflichteten die Parteien, in den ersten zehn Listenplätzen eine ausgeglichene Geschlechterverteilung sicherzustellen. Bündnis 90/Die Grünen, CDU und SPD besetzten diese Positionen jeweils paritätisch mit Männern und Frauen.
Die Grünen erhielten 30,2 Prozent der Zweitstimmen und lagen damit knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent. Von den 53 errungenen Mandaten für Frauen entfielen 43 auf die Landeslisten. Die Grünen füllten 28 ihrer 56 Listenplätze mit Frauen, während die SPD unter ihren zehn Listenmandaten fünf an Frauen vergab. Die AfD, die 34 Listenplätze stellte, brachte es lediglich auf vier Abgeordnete – bei einem Frauenanteil von 11,4 Prozent.
Die Reform hat zu einem moderaten Anstieg des Frauenanteils geführt, der nun bei 33,8 Prozent liegt. Die Mehrheit der Politikerinnen zog über die Landeslisten ins Parlament ein, was die beabsichtigte Wirkung des Systems zeigt. Als stärkste Kraft stellten die Grünen die meisten Frauen in der neuen Legislaturperiode.