14 January 2026, 19:15

Freiburg prüft Milieuschutzsatzung für Unterwiehre – droht Verdrängung durch hohe Mieten?

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto von Freiburg, Deutschland, das verschiedene Gebäude, Bäume und Menschen zeigt, mit dem Namen der Stadt unten.

Freiburg prüft Milieuschutzsatzung für Unterwiehre – droht Verdrängung durch hohe Mieten?

Freiburg prüft, ob im Stadtteil Unterwiehre eine Milieuschutzsatzung eingeführt werden soll. Die Maßnahme zielt darauf ab, langjährige Bewohner:innen vor Verdrängung durch steigende Mieten oder Umwandlungen von Wohnraum zu schützen. Eine neue Umfrage soll aktuelle Daten liefern, um die Lage besser einschätzen zu können.

Die Stadt hatte das Gebiet bereits 2021 und 2022 untersucht, damals jedoch keine ausreichenden Gründe für eine Satzung gefunden. Nun erhalten rund 1.500 Haushalte im westlichen Unterwiehre ab dem 8. November Fragebögen. Die Teilnahme ist freiwillig, alle Antworten bleiben anonym.

Das Institut für Stadt- und Regionalplanung (ISR) der Technischen Universität Berlin leitet die Studie, unterstützt vom ALP-Institut für Wohnen und Stadtentwicklung in Hamburg. Sollten die Ergebnisse ein erhöhtes Verdrängungsrisiko zeigen, folgt eine vertiefte Analyse. Eine Milieuschutzsatzung, die nach der deutschen Baugesetzgebung möglich ist, kann Modernisierungen oder Umwandlungen einschränken, die Mieter:innen aus ihren Wohnungen drängen. Das Instrument hilft, Stadtteile zu stabilisieren, indem es übermäßige Mietsteigerungen oder Veränderungen im Wohnungsbestand verhindert, die für bestehende Bewohner:innen unbezahlbar werden.

Die Umfrage soll klären, ob Unterwiehres Anwohner:innen stärkeren Schutz benötigen. Falls sich der Verdrängungsdruck seit der letzten Erhebung verschärft hat, könnte die Stadt weitere Schritte einleiten. Die Ergebnisse werden die Entscheidung über die Einführung der Satzung maßgeblich beeinflussen.