29 January 2026, 23:39

Freiburg testet Zahlkarten für Geflüchtete – doch Skepsis bleibt

Eine alte deutsche Postkarte von Berlin nach Freiburg mit handgeschriebenem Text und einer Briefmarke.

Freiburg testet Zahlkarten für Geflüchtete – doch Skepsis bleibt

Freiburg führt bis zum 10. Oktober 2022 ein Zahlkartensystem für Geflüchtete ein – damit folgt die Stadt einem bundesweiten Trend, denn bereits 14 Bundesländer Deutschlands haben ähnliche Modelle eingeführt. Allerdings äußert Freiburg Bedenken wegen des zusätzlichen bürokratischen Aufwands und der entstehenden Kosten.

Die neuen Karten sollen zunächst an Geflüchtete ausgegeben werden, die neu nach dem Asylbewerberleistungsgesetz Antrag stellen. Pro Person sind in der Regel 50 Euro monatlich vorgesehen, in Ausnahmefällen können jedoch höhere Beträge bewilligt werden. Später soll geprüft werden, ob auch bestehende Fälle auf das Kartensystem umgestellt werden können.

Die auf dem SocialCard-Visa-Debitsystem basierenden Karten wurden zwar bereits bestellt, sind aber noch nicht ausgeliefert. Ein konkreter Termin für die Verteilung steht noch nicht fest. Während andere Bundesländer die Einführung vorantreiben, zeigt sich Freiburg skeptisch: Bayern hatte die flächendeckende Umsetzung bis Ende Januar 2026 abgeschlossen, Nordrhein-Westfalen startete im zweiten Quartal 2025 mit der landesweiten Einführung. Hessen plante die vollständige Umstellung bis Ende Januar 2026, doch in einigen Regionen gab es technische und administrative Verzögerungen.

Sobald das System läuft, ersetzen die Zahlkarten in Freiburg die bisherigen Barauszahlungen für berechtigte Geflüchtete. Ziel ist es, die Leistungen effizienter zu gestalten – doch es gibt Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit. Trotz lokaler Verzögerungen erweitern andere Bundesländer ihre Programme weiter.