29 December 2025, 16:36

Freiburger Handwerk trotzt Krisen mit Rekordausbildung und mehr Vielfalt

Ein Zug auf einem Bahngleis mit Steinen und Stangen in der Nähe und Text auf dem Zug.

Freiburger Handwerk trotzt Krisen mit Rekordausbildung und mehr Vielfalt

Handwerkskammer Freiburg setzt auf entschlossenes Vorgehen angesichts globaler Herausforderungen

Die Handwerkskammer Freiburg hat einen klaren Kurs für die Bewältigung künftiger Aufgaben vorgegeben – trotz anhaltender weltweiter Belastungen. Betriebe in der Region kämpfen mit steigenden Materialkosten und unsicheren Planungsbedingungen, was die Forderung nach politischer Unterstützung laut werden lässt. Dennoch zeigt der Sektor Anzeichen von Widerstandsfähigkeit: Die Zahl der Ausbildungsverträge erreicht Rekordwerte, und die Belegschaften werden vielfältiger.

Auf der jüngsten Vollversammlung der Kammer wurden sowohl Fortschritte als auch anhaltende Sorgen thematisiert. Rund 16.000 Betriebe im Kammerbezirk bleiben stabil, die Insolvenzzahlen steigen nicht. Allerdings geht die Zahl der Meisterbetriebe zurück, und illegale Beschäftigung bleibt ein Problem.

Die Ausbildungsmöglichkeiten haben deutlich zugelegt: Mit 2.636 neuen Verträgen verzeichnet der Sektor den stärksten Anstieg seit über 20 Jahren. Zudem wird das Handwerk inklusiver – immer mehr Frauen und internationale Fachkräfte ergreifen handwerkliche Berufe. Um diesen Schwung zu halten, erprobt die Kammer neue Berufsorientierungsangebote wie das Freiwillige Handwerksjahr sowie erweiterte Weiterbildungsmöglichkeiten über die Gewerbe Akademie.

Um Nachwuchs zu gewinnen, setzt die Kammer auf Initiativen wie JET (Job-Erprobung im Handwerk) und das Ausbildungsbotschafter-Programm. Gleichzeitig fordert die Vollversammlung dringende Reformen: Dazu zählen niedrigere Stromsteuern, unveränderte Vergaberegeln für öffentliche Aufträge, vereinfachte Bauvorschriften und ein deutlicher Abbau bürokratischer Hürden.

Nun gilt es, den langfristigen Fachkräftebedarf zu sichern und gleichzeitig finanzielle sowie administrative Lasten zu verringern. Mit Ausbildungszahlen auf dem höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten und wachsender Vielfalt will der Sektor seine Stärken ausbauen. Ob dies gelingt, hängt maßgeblich von politischen Weichenstellungen ab – etwa bei den Energiekosten, der Bürokratie und fairen Vertragsbedingungen. Diese Faktoren werden in den kommenden Jahren über die Anpassungsfähigkeit des Handwerks entscheiden.