03 February 2026, 06:42

Freiburgs neue Einwegsteuer spaltet Gastronomie und Kunden

Ein Plastikbehälter mit einem Etikett, auf dem 'Park Shop' steht, enthält drei frische Schweineklöße, die mit einem Plastikdeckel abgedeckt sind und auf einem Tisch stehen.

Steuer auf Verpackungen: 'Das ist doch schon dreist' - Freiburgs neue Einwegsteuer spaltet Gastronomie und Kunden

Freiburg führt Steuer auf Einwegverpackungen für warme Speisen ein

Freiburg hat zu Jahresbeginn eine neue Abgabe auf Einwegverpackungen für warme Takeaway-Gerichte eingeführt. Die Gebühr liegt zwischen 50 Cent und 70 Cent pro Behälter. Während die Stadt damit Abfall reduzieren will, melden Unternehmen gemischte Reaktionen und erste Herausforderungen.

Die Steuer gilt speziell für Einwegbehälter von heißen Speisen zum Mitnehmen. Stadtvertreter sprechen von einer "Eingewöhnungsphase" und räumen ein, dass es anfangs zu Verwirrung gekommen sei. Rund 200 lokale Betriebe wurden über die Umsetzung der Abgabe informiert.

Einige Kunden und Gastronomen haben bereits Wege gefunden, die Steuer zu umgehen – etwa indem sie knapp außerhalb der festgelegten Zone bestellen, zum Beispiel auf der anderen Seite eines nahegelegenen Parkplatzes. Robin Pfefferle, Inhaber von YepaYepa, verzeichnet seit der Umstellung auf Mehrwegbehälter einen Rückgang der Takeaway-Umsätze um etwa 10 Prozent.

Die Stadt hat zudem eine "Mehrweg-Initiative" gestartet, bietet bisher aber nur Mehrwegbecher an – keine Lebensmittelbehälter. Frédéric Zindler, Besitzer des Restaurants Lollo, unterstützt zwar das ökologische Ziel, kritisiert aber, dass die Steuer hätte warten sollen, bis ein vollständiges Mehrwegsystem etabliert sei. Gleichzeitig übt die Gastronomiebranche scharfe Kritik: Sie warnt vor steigenden Kosten und Umsatzeinbußen.

Ähnliche Debatten gab es auch in anderen deutschen Städten. In Berlin und München protestierten zunächst kleinere Betriebe, doch einige berichten inzwischen von einer besseren Akzeptanz mit der Zeit. Eine umfassende Bewertung der Freiburger Steuer steht erst in zwei Jahren an.

Die Abgabe bleibt vorerst bestehen, während die Stadt ihre Auswirkungen beobachtet. Die Unternehmen passen sich weiter an, und die Stadtverwaltung betont, dass die Abfallvermeidung die kurzfristigen Störungen rechtfertigt. Nach Ende der Eingewöhnungsphase sollen die langfristigen Effekte analysiert werden.